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∎ AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 09.10.2026

Bergbaupark in Schmiedefeld feierlich eröffnet


Mit dem „Glück-Auf-Park-Schmiedefeld“ hat Schmiedefeld einen neuen Ort der Erinnerung und des Miteinanders erhalten. Am 8. Oktober 2026 wurde die Anlage mit historischen Bergbaumaschinen, Informationstafeln und einem künstlerisch gestalteten Unterstand feierlich eröffnet. Das Projekt würdigt die jahrhundertelange Bergbautradition des Saalfelder Ortsteils und macht sie für Einwohner und Gäste erlebbar.

19,3 Kilometer Fahrtstrecke vom Saalfelder Rathaus entfernt, im am weitesten von der Kernstadt gelegenen Ortsteil Schmiedefeld, ist ein neuer Anziehungspunkt entstanden.

Selbst grauer Himmel, anhaltender Regen und kräftige Windböen konnten die feierliche Eröffnung am 8. Oktober 2026 nicht trüben. Schon bei der Ankunft fallen die leuchtend gelbe Bergbaulok und weitere historische Maschinen ins Auge. Auf einzelnen gepflasterten Rondellen angeordnet, setzen sie von Weitem sichtbare Farbakzente und erinnern an die Zeit, in der der Bergbau das Leben in Schmiedefeld maßgeblich prägte.

Eine Gemeinschaftsleistung für die Bergbautradition

Bürgermeister Dr. Steffen Kania begrüßte die Gäste und erläuterte die Entstehung des Parks. Für das Vorhaben hatten die Saalfelder Stadträte im Haushalt 120.000 Euro bereitgestellt. Damit konnten die Materialkosten finanziert werden. Hinzu kamen die Arbeitsleistungen des städtischen Bauhofs, deren Wert auf rund 60.000 Euro geschätzt wird.

Besonders würdigte der Bürgermeister Uwe Neumann vom Tiefbauamt, der die Gesamtleitung des Projekts übernommen hatte. Mit Blick auf dessen traditionelle Bergmannsuniform bemerkte Kania: „Herr Neumann vom Tiefbauamt hat einen Faible für Bergbau, was unschwer an seiner Kleidung erkennbar ist und trug maßgeblich zu diesem Projekt hier bei.“ Neumanns Uniform wurde in den 1990er-Jahren nach historischem Vorbild angefertigt und unterstrich die persönliche Verbundenheit mit dem Thema.

Kania würdigte darüber hinaus die Beteiligung weiterer Beschäftigter der Stadtverwaltung. Frank Bock aus dem Sachgebiet Grünflächen erstellte den Entwurf für die Parkanlage, Alexandra Teuscher vom Sachgebiet Kommunikation und Marketing gestaltete die vier jeweils 1,50 Meter breiten Schautafeln. Die Sanierung und Überarbeitung der Bergbautechnik erfolgte im Rahmen einer städtischen Arbeitsgelegenheit (AGH) durch ukrainische Teilnehmer unter der Leitung von Mykola Omelchenko. Auch die Farbgestaltung der ausgestellten Maschinen war Thema der Begrüßung. Der Bürgermeister bezeichnete sie als ein „stark diskutiertes Thema“. Zur Entscheidung für den gelben Anstrich erklärte er: „Gelb war die vorherrschende Farbe im Bergbau, auch wenn die Maschinen in Schmiedefeld grau waren. Das Gelb strahlt und man sieht es von Weitem. Sie fallen mir jedes Mal sofort auf, wenn ich durch Schmiedefeld fahre.“ Die auffällige Gestaltung macht die historischen Exponate bereits aus der Entfernung sichtbar und gibt dem Park ein unverwechselbares Erscheinungsbild.

Die Zahl 72 erinnert an das Ende des Bergbaus

Wie eng die ausgestellten Maschinen mit der Geschichte Schmiedefelds verbunden sind, zeigte sich auch in den persönlichen Erinnerungen der Redner. Henryk Krolak, der bis zur Einstellung des Bergbaus in Schmiedefeld als Reviersteiger tätig war, erschien in der Originaluniform eines ehemaligen Bergmanns. Aus eigener beruflicher Erfahrung erläuterte er die Bedeutung der Zahl „72“ an einer der ausgestellten Loren: Sie erinnert an das Jahr, in dem der Bergbau in Schmiedefeld sein Ende fand. Aufgrund von Beschlüssen des Ministerrates der DDR wurde der Bergbau vollständig eingestellt, obwohl noch ausreichend Eisenerz vorhanden war. Dieser Beschluss steht damit für einen tiefgreifenden Einschnitt in die Ortsgeschichte, das Leben der Menschen und das Ende einer langen bergbaulichen Tradition.

Im Anschluss berichtete Ortsteilbürgermeister Ulrich Körner von den Bemühungen der früheren Gemeinde, das Grundstück für die heutige Parkanlage zu sichern. Die Suche nach der Eigentümerin gestaltete sich schwierig. Erst mithilfe des Berliner Staatsarchivs gelang es, sie ausfindig zu machen und damit eine wichtige Voraussetzung für das Vorhaben zu schaffen. Für einen heimatverbundenen und humorvollen Moment sorgte anschließend Andreas Gräf, vielseitiger Künstler und Mundartdichter aus dem Saalfelder Ortsteil. Sein Gedicht brachte die Zuhörer zum Schmunzeln und sorgte für zustimmendes Nicken. Damit gelang eine passende Überleitung zu den weiteren Beiträgen.

Vom geplanten Bergbaumuseum zum neuen Park

Über Jahrhunderte wurde in Schmiedefeld Eisenerz abgebaut. Der Bergbau war lange Zeit eine wesentliche Existenzgrundlage für die Bewohner und prägte die Entwicklung des Ortes. Nach 1990 verfolgte die damalige Gemeinde das Ziel, am Tagebau Westfeld ein Bergbaumuseum mit Ausstellung und Rundweg einzurichten. In diesem Zusammenhang wurden auch die heute im Park ausgestellten Maschinen erworben. Die ausgestellten Maschinen stammen aus der ehemaligen Flussspatgrube Gehren. Dass sie noch nicht verkauft worden waren und für Schmiedefeld erhalten werden konnten, erwies sich als glücklicher Umstand. Im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) investierten die Beteiligten viel Zeit und Arbeit in die Restaurierung der historischen Geräte. Gleichzeitig sammelten sie Geschichten und Erinnerungen rund um die Technik und die Menschen gesammelt. Im Jahr 2010 brach in der Nähe ein alter Stollen zusammen. Das Gelände wurde daraufhin gesperrt. Für die Maschinen ergaben sich nur noch wenige Nutzungsmöglichkeiten, und die ursprünglichen Pläne gerieten zunehmend in Vergessenheit. Mit der Eingemeindung Schmiedefelds setzte sich die Stadt Saalfeld/Saale dafür ein, die Bergbaugeschichte der Region zu bewahren und im öffentlichen Raum sichtbar zu halten. Dazu gehört auch die Unterstützung des Schaubergwerks und Heilstollens Morassina. Sebastian Moecke, Geschäftsführer der Stiftung Morassina, stellte historische Informationen für das Projekt „Glück-Auf-Park-Schmiedefeld“ zur Verfügung. Auch Pfarrer i. R. Hans-Jürgen Lange ergänzte die historischen Beiträge um Einblicke in die Geschichte der Bergbaufamilien. Uwe Neumann steuerte weitere Informationen und Anekdoten bei. Die Berichte handelten nicht allein von Maschinen und technischen Verfahren, sondern ebenso von den Menschen, deren Alltag und Familienleben über Generationen vom Bergbau bestimmt waren.

Feierlicher Auftakt und ein Kunstwerk mit Geschichte

Nach den historischen Rückblicken folgte der offizielle Höhepunkt der Veranstaltung: Bürgermeister Dr. Steffen Kania, Vizebürgermeisterin Bettina Fiedler, Ortsteilbürgermeister Ulrich Körner, Tiefbauamtsleiter Uwe Neumann und Henryk Krolak eröffneten den „Glück-Auf-Park-Schmiedefeld“ mit dem traditionellen Durchschneiden des Eröffnungsbandes. Anschließend stand die Enthüllung der Außenbeschilderung am Unterstand auf dem Programm. Dahinter verbarg sich ein großformatiges Graffiti, das die Bergbautradition auf künstlerische Weise aufgreift. Das rund 2,60 Meter große Werk entstand in etwa 18 Arbeitsstunden. Gestaltet wurde es von Graffiti-Künstler Simon Großmann, der ebenfalls im städtischen Sachgebiet Grünflächen tätig ist. Als Vorlage diente ein historisches Foto, das einen Bergmann bei der Arbeit an einem Bohrgerät zeigt, das als „Posaune“ bezeichnet wird. Das Motiv überträgt eine Szene aus dem Arbeitsalltag unter Tage in eine zeitgemäße Gestaltung und ergänzt die historischen Maschinen um einen besonderen Blickfang.

 Nach dem offiziellen Teil ging die Eröffnung in ein gemütliches Beisammensein über. Es wurde gemeinsam gesungen, gelacht und erzählt. Damit klang die Veranstaltung in einer Atmosphäre aus, die zum Gedanken des neuen Parks passt: Die Geschichte Schmiedefelds soll nicht nur bewahrt, sondern auch gemeinsam erlebt und weitergegeben werden.

 


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