Saaltor nach Sanierung und musealer Ausgestaltung offiziell eröffnet
Die Tor-Tour „Von Tor zu Tor“ durch die Stadt Saalfeld/Saale wurde um ein Stadttor erweitert. Bürgermeister Dr. Steffen Kania, die Erste Beigeordnete Bettina Fiedler und Yvonne Wagner, Geschäftsführerin der Saalfelder Feengrotten und Tourismus GmbH, haben das Saaltor nach abgeschlossener Sanierung und musealer Ausgestaltung am 4. Juli 2023 eröffnet. Die installierte multimediale Ausstellung kann ab 10. Juli besichtigt werden.
„Wir freuen uns, mit dem Saaltor das dritte der vier erhaltenen Saalfelder Stadttore mit einer Erlebnisausstellung zur Geschichte Saalfelds zu bereichern. Damit sind wir unserem Ziel, alle erhaltenen vier Stadttore mit multimedialen Darstellungen zu gestalten und für Besucher zugänglich zu machen, einen wichtigen Schritt näher gekommen“, sagte Bürgermeister Dr. Steffen Kania und bedankte sich bei allen beteiligten Akteuren und Baufirmen, die bei der Sanierung und Umgestaltung involviert waren.
Im Zeitraum von Juli 2022 bis Juni 2023 wurden die Instandsetzung des Saaltores sowie die interaktive Ausstellung realisiert.
Um das Stadttor wieder für Besucher zugänglich zu machen, wurde eine neue Außentreppe errichtet, die den Zugang zu den beiden im 1. und 2. Obergeschoss befindlichen Ausstellungsräumen ermöglicht. Für die denkmalgerechte Sanierung wurden u.a. eine Dachentwässerung installiert, Deckenbalken instandgesetzt, Oberflächen im Bestand gesichert und konserviert, sowie Fenster, Türen und die Innenausstattung wie Holztreppe, Parkett und Wandverkleidungen weitestgehend im Bestand überarbeitet. Zudem wurde eine neue Außentür zu den Ausstellungsräumen eingebaut.
Konzeption, Planung und Einrichtung der musealen Ausgestaltung lag, ebenso wie beim Oberen und Darrtor, in den Händen der Monumedia GmbH Erfurt. Inhaltlich wurde die Erlebnisausstellung als Fortführung des begonnenen Rundganges umgesetzt. Thematisiert wird die Medizin im 17. Jahrhundert, konkret die damaligen Krankheiten und Heilmethoden. Bei einer Lebenserwartung um die 30 Jahre gehörten damals Krankheiten und Tod zum Alltag. Doch welche Zipperlein plagen die Menschen und wie werden sie behandelt – ganz ohne die moderne Medizin? Stadtphysikus und Bader plädieren für Urinschau und Aderlass, eine weise Kräuterfrau dagegen kennt Heilpflanzen, Tinkturen und Wickel. Sie verrät Heilmethoden und Rezepturen und nutzt dabei sogar Steine.
Die Gesamtkosten für die Sanierung und Erschließung des Saaltores betragen rund 430.000 Euro und wurden mit 60 Prozent durch Städtebaufördermittel des Programms „Stadtumbau-Aufwertung, Historische Altstadt“ unterstützt. Die Kosten für die museale Einrichtung der Dauerausstellung „Von Tor zu Tor“, als Teilprojekt Saaltor, belaufen sich auf 140.000 Euro und wurden zu zwei Dritteln vom Freistaat Thüringen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gefördert.
Das Saaltor kann nach Art und Bauweise in das 14. Jahrhundert eingeordnet werden. Teile eines ehemals vorgelagerten Torgebäudes wurden 1816 abgebrochen. 1928 eröffnete ein Weinhaus in den oberen Geschossen eine Weinstube. Dafür wurden vorhandene Deckenebenen und Fensteröffnungen radikal versetzt, um eine bessere Erreichbarkeit der oberen Ebene zu ermöglichen. In den 1950er Jahren wurde die Weinstube nochmals überformt. Seit dieser Zeit haben im Inneren keine Sanierungsmaßnahmen stattgefunden.
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