Besuch des Thüringer Infrastrukturministers in Saalfeld/Saale: Sanierung der Knochstraße im Fokus
Auf Einladung von Bürgermeister Dr. Steffen Kania informierte sich Thüringens Minister für Digitales und Infrastruktur Steffen Schütz vor Ort über den Zustand der Knochstraße und die geplante grundhafte Erneuerung des rund 700 Meter langen Straßenabschnitts. Gemeinsam mit Vertretern von Stadt, Land, Versorgungsunternehmen und ZWA wurden die Herausforderungen und Perspektiven des bedeutenden Infrastrukturprojekts erörtert.
Am Termin nahmen neben Bürgermeister Dr. Steffen Kania, die Beigeordneten Bettina Fiedler und Sven Büchner, der Landtagsabgeordnete Maik Kowalleck, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung für Städte und Gemeinden des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt (ZWA), Andreas Stausberg sowie der Geschäftsführer der Saalfelder Energienetze GmbH (SEN), Ralf Ratay teil.
Die Knochstraße zählt zu den wichtigsten innerstädtischen Verkehrsachsen der Stadt. Der Zustand der Straße macht eine umfassende Sanierung dringend erforderlich. Gleichzeitig bietet die Maßnahme die Möglichkeit, zentrale Versorgungs- und Kommunikationsinfrastrukturen zukunftsfähig auszubauen. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich nach aktuellen Planungen auf rund 9,4 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 4,9 Millionen Euro auf die Stadt, rund 3,3 Millionen Euro auf den ZWA sowie etwa 1,2 Millionen Euro auf die SEN. Im Falle einer Förderung könnten bis zu 75 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen werden. Für die Stadt würde sich der Eigenanteil dadurch auf rund 880.000 Euro reduzieren.
Die Erste Beigeordnete Bettina Fiedler machte in diesem Zusammenhang auf die hohen Anforderungen aufmerksam, die mit der Beantragung von Fördermitteln verbunden sind. Von der ersten Projektidee über umfangreiche Planungsunterlagen bis hin zur fristgerechten Einreichung seien zahlreiche fachliche und administrative Schritte notwendig. „Förderanträge dieser Größenordnung bedeuten einen enormen Arbeitsaufwand. Umso dankbarer bin ich, dass wir in der Stadtverwaltung über engagierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen, die diese anspruchsvollen Verfahren mit großer Sorgfalt und Fachkenntnis begleiten.“, betonte Fiedler.
Minister Schütz verwies auf die hohe Nachfrage nach Fördermitteln. Das entsprechende Programm sei derzeit sechs- bis siebenfach überzeichnet. Dennoch betonte er die Bedeutung innovativer und nachhaltiger Infrastrukturvorhaben. Die Besichtigung habe ihm die Wichtigkeit des Projektes nochmals deutlich vor Augen geführt. Insbesondere die Verbindung von Straßenbau, Medieninfrastruktur und Versorgungstechnik sei von großer Bedeutung.
Andreas Stausberg erläuterte die umfangreichen Arbeiten, die im Zuge der Maßnahme notwendig werden. Neben der Erneuerung von Wasser- und Abwasserleitungen sollen auch weitere Versorgungsleitungen sowie die Straßenbeleuchtung modernisiert werden. Ein möglicher Umsetzungszeitraum erstreckt sich nach derzeitiger Planung von 2027 bis 2030.
Auch die Energieversorgung stellt besondere Anforderungen an das Projekt. Ralf Ratay erklärte, dass auf rund 600 Metern die Gasleitung erneuert werden müsse. Darüber hinaus seien umfangreiche technische Anpassungen erforderlich, um die Infrastruktur langfristig für zukünftige Anforderungen, insbesondere im Bereich alternativer Energieträger, vorzubereiten.
Bürgermeister Dr. Steffen Kania hob hervor, dass die Maßnahme nicht allein auf die Straßensanierung beschränkt sei. Im Zuge der Bauarbeiten könnten zugleich moderne Glasfaseranschlüsse geschaffen werden. Für den Ausbau der digitalen Infrastruktur liege inzwischen ein neuer Antrag eines Telekommunikationsunternehmens vor.
Im weiteren Verlauf des Besuchs informierte sich Minister Schütz über aktuelle Entwicklungen bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Bereits in dieser Woche werde eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, mit der besonders nachgefragte digitale Verwaltungsleistungen – darunter Wohngeld- und Standesamtsangelegenheiten – landesweit beschleunigt werden sollen. Zudem werde mit der Thüringen-App eine zentrale Plattform entstehen, die Verwaltungsdienstleistungen künftig direkt auf dem Smartphone verfügbar macht. Thüringen habe sich im Bereich E-Government innerhalb eines Jahres von einem hinteren Rang auf einen Spitzenplatz im bundesweiten Vergleich verbessert.
Abschließend besichtigte die Delegation die Villa Bergfried. Während die Villa Bergfried eindrucksvoll die kulturelle und architektonische Geschichte Saalfelds sowie den erfolgreichen und nachhaltigen Einsatz von Fördermitteln widerspiegelt, steht die geplante Sanierung der Knochstraße beispielhaft für die Herausforderungen und Chancen einer modernen Stadtentwicklung. Beide Themen verdeutlichen gleichermaßen das Bestreben, Bewährtes zu bewahren und zugleich die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen.
„Die Knochstraße ist eine der wichtigsten Verkehrsadern unserer Stadt. Mit ihrer grundhaften Erneuerung investieren wir nicht nur in eine moderne und sichere Straße, sondern gleichzeitig in die Zukunft unserer Versorgungs- und Digitalinfrastruktur. Der heutige Besuch hat gezeigt, dass wir gemeinsam mit dem Freistaat, unseren kommunalen Partnern und den Versorgungsträgern an einem Strang ziehen. Unser Ziel ist es, für die Bürgerinnen und Bürger eine nachhaltige Lösung zu schaffen, die den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht wird“, betonte Bürgermeister Dr. Steffen Kania abschließend.
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