Historisches aus dem Rathaus: Zukunft der WKS gesichert
Gölitzer, Meister für Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik (SHK) und Betriebswirt des Handwerks, bekräftigte zugleich, dass „es sich nur um einen Eigentümerwechsel handelt. Der strukturelle Geschäftsbetrieb und die Arbeitsplätze bleiben erhalten“. Die WKS wurde 1990 von vier Gründungsgesellschaftern, die ehemals im Kreisbau beschäftigt waren, gegründet. Seit Mitte der 1990er Jahre verfügt das Unternehmen über 50 Mitarbeiter. 2010 und 2013 fanden die ersten entscheidenden Eigentümerwechsel statt, als Karl-Hermann Geißler und Windfried Schrot das Unternehmen verließen. Mitte der 2010er wurde schließlich ernsthaft die Nachfolgeregelung in den Blick genommen. Da die Kinder der Eigentümer selbst kein Interesse am Betrieb hatten und auch die innerbetriebliche Suche erfolglos blieb, wurde nach einer Lösung via Unternehmensbörse der HWK gesucht. Hier fanden sich schließlich 25 grundsätzlich Interessierte. Mit einem Anbieter wurden letztlich Gespräche geführt, die jedoch 2023 wegen der damaligen Marktlage scheiterten. „Unsere Prämisse war jedoch immer das weitere Wirken vor Ort und unsere regionale Verwurzelung. Daher führten wir im Juni 2024 Gespräche mit dem Bürgermeister, der schnell Stadtwerke und WOBAG mit an den Tisch holte. Mit beiden arbeiten wir seit Jahren eng zusammen,“ so Gölitzer und Dr. Kania ergänzt: „Die Stadt darf selbst nicht in den Privatmarkt eingreifen. Unsere Töchterunternehmen sind jedoch im Markt aktiv und können unter Umständen Unternehmensanteile erwerben.“
Heiko Wittig bekräftigt zudem, dass die Mitarbeiter „voll hinter der Entscheidung und dem neuen Konzept stehen“ und nun positiv in die Zukunft blicken: „Gleichwohl stehen wir unseren bisherigen Kunden und Partnern weiterhin voll zur Verfügung. Kein Privatkunde braucht Angst zu haben, nicht mehr versorgt zu werden. Und auch zukünftig steht weniger die Rendite als die Ressourcensicherung für die Region steht im Vordergrund.“
Die Stadtwerke Saalfeld GmbH (SWS) hält 67 Prozent der Gesellschafteranteile an der WKS und die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Saalfeld/Saale mbH (WOBAG) 33 Prozent. Ullrich Gölitzer und Heiko Wittig bleiben Geschäftsführer, wobei sich Gölitzer mit fast 66 Jahren Ende August dieses Jahres zurückziehen wird.
Weitere Stimmen zur Übernahme:
SWS-Geschäftsführer Alexander Kronthaler: „Uns war schnell klar, dass eine Beteiligung an der WKS überwiegend Vorteile u. a. mit Blick auf die Wärmeplanung hat. Wir kennen uns und haben kurze Wege – die bleiben erhalten. Das Leistungsportfolie der WKS ist das, was wir für die Stadtwerke brauchen. Es gibt viele Synergien, auf beiden Seiten. Bei den Verhandlungen, die sportlich und teils kritisch waren, haben uns bewusst Zeit gelassen. Im Ergebnis bleibt nun ein von Rödl bestätigter guter mittelständischer Handwerksbetrieb erhalten. Wir planen langfristig, was für die Sicherheit der Arbeitsplätze spricht.“
WOBAG-Geschäftsführerin Cordula Wiegand: „Klimaneutralität wird in der Energieversorgung und im Gebäudebestand entschieden. Viele Handwerksunternehmen finden keine Nachfolge, was uns vor große Herausforderungen für unsere Mieter stellt. In puncto Klimatechnik, Sanitär- sowie Heizungs- und Umwelttechnik haben wir nun eine bessere Basis für die Zukunft unseres Wohnungsbestandes.“
Bürgermeister Dr. Steffen Kanis: „Die Öffentliche Hand hat niemandem etwas weggenommen. Mit dem Eigentümerwechsel wurde ein leistungsstarkes mittelständiges Unternehmen erhalten und quasi ein Lebenswerk übergeben, indem sehr viel Herzblut steckt. Im Rahmen der kommunalrechtlichen Genehmigung begrüßte auch der Branchenverband die Übernahme. Neu ist die Idee auch nicht, wie Beispiele u. a. in der Stadt Jena zeigen.
Personen auf dem Bild, v.l.n.r.: Alexander Kronthaler (SWS), Heiko Wittig (WKS), Ullrich Gölitzer (WKS), Cordula Wiegand (WOBAG), Bürgermeister Dr. Steffen Kania
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