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∎ AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 16.09.2026

Vom „Großen Saalestrand“ zum „Alten Brückenkopf“: Die Saalepromenade entsteht


Entlang der Saale entsteht derzeit die „Saalepromenade“ als ein aufgewerteter Abschnitt vom Saaleradweg am Wehr (Grünhain) über den Zeiss-Steg bis zum Piko-Park und zur Saalebrücke. Die Maßnahme verbindet Aufenthaltsqualität, Naturschutz, Klimaschutz und die Geschichte des Saaleufers. Am 14. September informierte Frank Bock vom Sachgebiet Grünflächen des Tiefbauamtes der Stadt Saalfeld/Saale über den aktuellen Stand der Arbeiten.

Das Ziel der „Saalepromenade“ ist einfach beschrieben: Wer am Saaleufer unterwegs ist, soll künftig mehr Möglichkeiten zum Sitzen, Ausruhen und Entdecken haben. Gleichzeitig wird der Bereich ökologisch aufgewertet. Bei einem Rundgang am 14. September 2026 zeigte sich bereits, dass die neuen Angebote gut angenommen werden. Noch sind allerdings nicht alle Arbeiten abgeschlossen.

Die Maßnahme ist in drei Bereiche gegliedert: den „Kleinen Saalestrand“ am Grünhain, den „Großen Saalestrand“ mit Piko-Park sowie den historischen Bereich „Alter Brückenkopf“. Besonders Familien und Kinder sollen von der neuen Gestaltung profitieren. Zwei Kindergärten befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Natur und Aufenthaltsqualität am „Kleinen Saalestrand“ verbinden

Der erste Bereich am Grünhain ist bereits fertiggestellt. Das Gelände wurde mit Kies befestigt und neu modelliert, sodass eine ebene und gut zugängliche Fläche entstanden ist. Neue Sitzmöglichkeiten und eine „Wellen-Bank“ schaffen Orte, an denen man sich direkt am Wasser aufhalten und die Umgebung genießen kann. Auch der Zugang zur Saale wurde verbessert.

Bei der Gestaltung ging es jedoch nicht nur darum, den Bereich für Besucher attraktiver zu machen. Die neu entstandenen Kies- und Sandflächen bieten zugleich wertvolle Rückzugs- und Lebensräume für Insekten. Zehn Nistkästen schaffen zusätzliche Quartiere für Fledermäuse und Vögel. Ergänzend sorgen verschiedene Stauden, Sträucher und Bäume, die noch im Oktober gepflanzt werden, für mehr Struktur und Artenvielfalt. So entsteht ein Bereich, der gleichermaßen zum Aufenthalt einlädt und der Natur Raum lässt.

Besondere Akzente setzen die Sitzgelegenheiten aus Baumstämmen, die Dirk Böhme gestaltet hat. Aus dem Holz sind ungewöhnliche, geschnitzte Formen entstanden, die an Fantasiewesen, Kraken oder andere Figuren erinnern können. Was genau man darin erkennt, bleibt der eigenen Vorstellung überlassen. Vor allem für Kinder gibt es an den ungewöhnlichen Sitzplätzen viel zu entdecken.

Frank Bock beschreibt die Gestaltung treffend als eine „Mischung aus geordneter Wildnis“. Genau diese Verbindung macht den neuen Saalestrand aus: Die Fläche ist gestaltet und für Menschen nutzbar, ohne ihren natürlichen Charakter zu verlieren.

Piko-Park am „Großen Saalestrand“

Auch auf der gegenüberliegenden Seite der Saale wird der Bereich am Saaleufer und den Piko-Park neugestaltet. Bereits der Weg dorthin zeigt, dass sich hier etwas verändert: Rund 200 Quadratmeter bisher befestigter Fußweg wurden entsiegelt und in eine Wiesenfläche umgewandelt. Damit erhält die Natur wieder mehr Raum. Insektenfreundliche Beleuchtung, die derzeit aufgebaut wird, soll künftig für eine bessere Ausleuchtung sorgen, ohne unnötig Licht in die Umgebung abzugeben. Ergänzend sind 30 neue Bäume, überwiegend entlang der Straße, sowie weitere Gehölze vorgesehen.

Auch der „Große Saalestrand“ selbst wird näher an die Saale herangeführt. Im vorderen Bereich laden drei neue Liegebänke dazu ein, eine Pause einzulegen, den Blick über die Saale schweifen zu lassen oder einfach die Nähe zum Wasser zu genießen.

Im Piko-Park wurde zudem eine höhere, seniorengerechte Sitzbank aufgestellt. Durch ihre angepasste Höhe erleichtert sie das Hinsetzen und Aufstehen und macht den Park damit auch für Menschen zugänglicher, die beim Aufstehen mehr Unterstützung benötigen. 

Die Veränderungen sind damit noch nicht abgeschlossen. Weitere Bäume, Gehölze und Wildsträucher sollen für zusätzliche Grünstrukturen und mehr Lebensräume sorgen. Auch für Kinder ist etwas geplant: Zusätzliche Spielelemente sollen den Park künftig noch stärker zu einem Ort machen, an dem sich verschiedene Generationen gerne aufhalten.

„Alter Brückenkopf“ folgt ab Oktober

Während die ersten beiden Bereiche der Saalepromenade bereits sichtbar Gestalt annehmen, steht am „Alten Brückenkopf“ der eigentliche Start der Arbeiten noch bevor. Der dritte Abschnitt wurde bislang nicht begonnen. Dabei ist dieser Ort von besonderer Bedeutung: Hier befand sich einst die Saalebrücke und damit ein historisch wichtiger Übergang über die Saale. Die Geschichte des Ortes soll auch bei der weiteren Gestaltung eine Rolle spielen.

Zunächst stehen unter anderem Rückschnitte auf dem Programm. Diese können aus naturschutzrechtlichen Gründen erst ab Oktober durchgeführt werden. Anschließend soll auch ein neuer Fußweg entstehen und eine neue Bank aufgestellt werden.

Zum „Alten Brückenkopf“ gehört außerdem ein Uferbereich, an dem regelmäßig Enten und Nutrias zu beobachten sind. Die Tiere sind für viele Besucher ein interessanter Teil des Naturerlebnisses – dennoch bittet die Stadt Saalfeld/Saale darum, sie nicht zu füttern. Was gut gemeint ist, kann für die Tiere und ihre Umgebung problematisch werden: Ungeeignetes oder zu viel Futter kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Gleichzeitig können Futterreste ins Wasser gelangen, die Wasserqualität beeinträchtigen und negative Veränderungen am Ufer begünstigen.

Gerade weil der Bereich künftig stärker als Aufenthaltsort genutzt werden soll, ist ein bewusster Umgang mit der Natur wichtig. So kann der „Alte Brückenkopf“ seine besondere Verbindung aus Geschichte, Saale und Natur bewahren und zugleich behutsam weiterentwickelt werden.

Historische Orte werden kenntlich gemacht

Mit der Neugestaltung soll auch die Geschichte des Saaleufers stärker erlebbar werden. Deshalb sind an allen drei Bereichen Hinweisschilder geplant. Spaziergängerinnen und Spaziergänger können künftig direkt entlang der Promenade mehr über die Geschichte und die natürlichen Gegebenheiten der jeweiligen Orte erfahren.

So verbindet die Saalepromenade die heutige Nutzung des Saaleufers mit seiner historischen Bedeutung und schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten zum Aufenthalt, zur Bewegung und zum Naturerleben.

Rund 230.000 Euro für die Aufwertung des Saaleufers

Für die Maßnahme stehen insgesamt rund 230.000 Euro zur Verfügung. 80 Prozent der Kosten werden gefördert. Die Förderung umfasst neben den vorgesehenen Sitzmöglichkeiten und Pflanzungen auch die Pflege der neu gepflanzten Bäume in den kommenden Jahren.

Gefördert wird die Maßnahme im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Das Aktionsprogramm verfolgt unter anderem das Ziel, natürliche Lebensräume zu schützen, die biologische Vielfalt zu stärken und den natürlichen Klimaschutz voranzubringen.


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