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Flagge zeigen fürs Miteinander


Stadt bekräftigt Erklärung "FÜR Toleranz und Zivilcourage – GEGEN Fremdenfeindlichkeit und Rassismus"

Für den 19. November ist im Saalfelder Stadtteil Gorndorf eine Demonstration angemeldet, die seitens der NPD in sozialen Netzwerken mit „Aufnahmestopp und Abschiebungen jetzt“ deutlich fremdenfeindlich beworben wird.

Bürgermeister Matthias Graul stellt heraus, dass „diese Demonstration nichts mit den Werten der Stadt gemein hat und eindeutig der Saalfelder Erklärung zuwiderläuft. Dagegen stelle ich mich“. Das Stadtoberhaupt sagt weiter: „Wir in Saalfeld – im Besonderen Stadtrat und Bürgermeister – treten für ein demokratisches, tolerantes Miteinander und eine humane Gesellschaft ein. Fremdenfeindliches und rassistisches Handeln werden von uns nicht akzeptiert. Wir lassen nicht zu, dass unser Gemeinwesen durch rechtes Gedankengut, Neonazis und andere extreme Gruppierungen, Hetze und Hass bedroht wird. Wir stellen uns dem mit Zivilcourage für Menschlichkeit entschieden entgegen. In Saalfeld ist für solches Gedankengut kein Platz.“

Der Bürgermeister lädt alle Saalfelderinnen und Saalfelder sowie die Einwohner der Region ein, Flagge gegen die rechte Gesinnung zu zeigen, damit in „Saalfeld weiterhin eine Atmosphäre des Miteinanders, der Friedfertigkeit und Vielfalt gedeihen kann.“ Matthias Graul wird selbst an der Standkundgebung (17 - 22 Uhr) vor dem Ärztehaus Gorndorf (Rathenaustraße 11) in der Albert-Schweitzer-Straße teilnehmen. Eine weitere Kundgebung findet unterhalb des Jugend- und Stadtteilzentrums, neben dem Parkplatz der Dreifelderhalle, von 17 bis 23 Uhr statt.

„Unsere Stadt ist bunt und weltoffen. Wir leben hier in einer Atmosphäre des Miteinanders, in der gegenseitige Achtung und Toleranz, Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme sowie selbstbewusste, freie Entfaltung gedeihen. Alle Demokraten stehen unabhängig von ihrer parteipolitischen Zuordnung mit Kirchen, Gewerkschaften, Verbänden und Vereinen zusammen. Gestern, Heute und Morgen“, erklärt Graul nachdrücklich.

 

SAALFELDER ERKLÄRUNG

„FÜR Toleranz und Zivilcourage – GEGEN Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“

Unter Bezugnahme auf die Grundrechte des Grundgesetzes der BRD erklären wir:

  • dass wir für ein demokratisches und toleranten Miteinander in Saalfeld/Saale und für eine humane Gesellschaft eintreten,
  • dass es keinen Bereich in unserer Stadt und in unserem Land gibt, in dem unsere demokra­tische Verfassung außer Kraft gesetzt werden darf,
  • dass fremdenfeindliches und rassistisches Handeln und politisch motivierte Gewalt von uns nicht akzeptiert werden.

Wir wollen in unserer Stadt in einer Atmosphäre des Miteinanders leben, in der gegensei­tige Achtung und Toleranz, Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme und selbstbe­wusste, freie Entfaltung wachsen können.

Wir fühlen uns verantwortlich für das Gemeinwesen unserer Stadt. Wo immer die freiheit­lichen Grundrechte und das Zusammenleben der Menschen bedroht sind, Ausgrenzungen und Bedrohungen von Minderheiten und Andersdenkenden geschehen, werden wir mit Zivil­courage für Menschlichkeit und die Wahrung der Grundrechte eintreten.

Wir freuen uns, dass in den Schulen, in der Jugendarbeit und im Gemeinwesen unserer Stadt in den letzten Jahren Strukturen entstanden sind, die das Zusammenleben vieler ver­schiedener Menschen, mit unterschiedlicher Herkunft, Heimat und Sprache, mit verschiede­nem Glauben und unterschiedlichen politischen Anschauungen fördern. Diese Vielfalt macht unsere Stadt reicher und interessanter.

Wir lassen nicht zu, dass erneut die Spirale nationaler Überheblichkeit in Gang kommt und das Gemeinwesen unserer Stadt bedroht wird. In Saalfeld/Saale darf kein Platz sein für Ne­onazis, andere extreme Gruppierungen und deren Gedankengut.

Wir rufen deshalb alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Saalfeld/Saale auf,

  • sich für die gewaltfreie Austragung von Konflikten einzusetzen, sich einzumischen, wenn andere bedroht oder angegriffen werden,
  • NEIN zu sagen, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Reli­gion beleidigt oder ausgegrenzt werden,
  • NEIN zu sagen, wenn z. B. Wohnungslose, Behinderte, Kranke, alte Menschen, Kinder oder Jugendliche, alle, die „anders“ sind, verspottet oder diskriminiert werden,
  • NEIN zu sagen, wenn Andersdenkende, Andersgläubige und Ausländer angefeindet wer­den oder scheinbar harmlose Witze über sie gemacht werden.

Helfen Sie mit, dass in Saalfeld/Saale weiterhin eine Atmosphäre des Miteinanders, der Friedfertigkeit und Vielfalt gedeihen kann.

Gemeinsam können wir viel erreichen.

Stadt Saalfeld/Saale

Stadtrat und Bürgermeister

einstmmig erneuert im Juni 2014


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Ansprechpartner

Christopher Mielke

  03671 598-203     Email schreiben...
Daniela Jahn
03671 598-205     Email schreiben...