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AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 12.11.2025

Saalfeld im Bauernkrieg 1525 - Neue Sonderausstellung im Stadtmuseum


Dem Thema „Saalfeld im Bauernkrieg 1525" widmet sich die neue Sonderausstellung „Wer will da helfen, das Kloster stürmen?" im Stadtmuseum Saalfeld. Sie wird vom 15. November 2025 bis 22. Februar 2026 gezeigt.

 

Als „Deutscher Bauernkrieg“ oder auch „Revolution des Gemeinen Mannes“ werden die Aufstände von Bauern, Städtern und Bergleuten bezeichnet, die 1524 in weiten Teilen Thüringens, Sachsens und im süddeutschen Raum ausbrachen. In deren Verlauf stellten Bauern mit den „Zwölf Artikeln von Memmingen“ erstmals Forderungen auf, die als frühe Formulierung von Menschenrechten gelten können. Die Aufstände wurden 1525/26 von den Fürsten und Landesherren niedergeschlagen, wobei bis zu 75.000 Menschen ums Leben kamen.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts bewogen Zukunftsängste, aber auch Reformhoffnungen die Öffentlichkeit. Es war eine unruhige Zeit. Ländliche Verhältnisse prägten das Leben von mehr als achtzig Prozent der Bevölkerung. Zugleich entfalteten sich langsam moderne Produktionsformen und Gewerke, so im Bergbau und Hüttenwesen, aber auch im Textilgewerbe. Revolutionierende Entwicklungen wie der Buchdruck mit beweglichen Lettern, die Entdeckung Amerikas und Fortschritte in den Wissenschaften bis hin zu Renaissance zeugten von einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. Bauern wie Bürger gleichermaßen besorgte der Verlust althergebrachter Rechte und Privilegien, der mit Zentralisierungstendenzen im Zuge des landesherrlichen Territorialausbaus drohte.

ln dieser im Umbruch befindlichen und emotional aufgewühlten Welt suchten viele Menschen nach Erklärungen, die jedoch nicht leicht zu finden waren. Endzeiterwartungen, teils eingebettet in überbordende Volksfrömmigkeit, griffen um sich.

Immer mehr geriet die römische Papstkirche in die Kritik, denn ihr wurden eine zunehmende Verweltlichung und die Vernachlässigung ihrer geistlichen Fürsorgepflicht vorgeworfen. Martin Luthers theologischer Frontalangriff auf sie fiel daher auf fruchtbaren Boden und löste Ereignisse aus, die die gesamte Gesellschaft erfassten.

Unter Berufung auf die Schriften der neuen evangelischen Prediger entstand aus regionalen Äußerungen von rechtlich-sozialer Unzufriedenheit bald ein Flächenbrand. Thüringen war nicht nur Schauplatz eines entscheidenden Wendepunktes dieses Aufruhrs, sondern auch Wirkungsort des radikalen Reformators Thomas Müntzer.

Aus Anlass des 500. Jahrestages des Bauernkrieges zeigte der Freistaat Thüringen 2025 in Mühlhausen und Bad Frankenhausen eine thematische Landesausstellung. Die Sonderausstellung „Wer will da helfen, das Kloster stürmen?“ im Stadtmuseum Saalfeld versteht sich als Begleitschau hierzu. Sie hat ihren Schwerpunkt in den lokalen, den Saalfelder Ereignissen des Jahres 1525. Und sie ist eine durchaus ungewöhnliche Ausstellung, die manchen Besucher verblüffen dürfte. 

Die Ausstellung wird eröffnet am 15. November 2025, um 10:00 Uhr, im Stadtmuseum Saalfeld. Hierzu wird sehr herzlich eingeladen.

Eine Sonderführung durch die Ausstellung findet statt am 26. November 2025 um 18:00 Uhr. Aufgrund einer begrenzten Teilnehmerzahl wird dafür um Anmeldung gebeten unter 03671/598-471 (Museumskasse) bzw. info@museumimkloster.de.


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Ansprechpartner

Christopher Mielke

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Daniela Jahn
03671 598-205     Email schreiben...