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AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 18.11.2025

Suchtkrankenhilfe am Arbeitsplatz: Reden hilft!


Unter dem Titel „Verantwortung gemeinsam tragen“ hat in Saalfeld ein Fachtag der betrieblichen Suchtkrankenhilfe stattgefunden. Die Psychosoziale Suchtberatungsstelle der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und das Saalfelder Unternehmens TALLAG hatten eingeladen und ein fachlich hochkarätiges Programm geboten. Mehr als 30 Firmen und Institutionen aus der Region haben Vertreter gesendet, das Thema scheint hochaktuell.

 

Im Fokus standen Suchterkrankungen am Arbeitsplatz, die Erkennung, der angemessene Umgang und praxisnahe Antworten auf zentrale Fragen rund um Prävention und Hilfe.

„Wir hatten das Thema Alkoholmissbrauch im Team und haben uns an die Suchtberatungsstelle gewendet. Dort wurde geholfen. Seitdem sind Prävention und der Umgang mit Alkohol und Drogen für uns noch wichtiger und in unserer Betriebsvereinbarung fest verankert“, sagte Simone Stadermann von der TALLAG zur Begrüßung. Seit einiger Zeit arbeitet man eng mit der Beratungsstelle, führt Infoveranstaltungen durch, schult Auszubildende und war gern bereit den Fachtag auszurichten.

Die Leiterin der Suchtberatungsstelle, Katrin Liebezeit, dankte für das große Interesse und wies darauf hin, dass Suchterkrankungen in allen Gesellschaftsschichten verbreitet sind. Oft sind es Begebenheiten, direkt aus dem Arbeitsleben. Besonders schwierig ist es, wenn langjährige, geachtete Kollegen betroffen sind, wenn Fehler gemacht werden, Pflichtverletzungen bemerkt werden. Wie die Beobachtungen ansprechen? Sie machte Mut, offensiv, aber respektvoll auf die Personen zuzugehen. Niemanden bloßstellen. Hilfe anbieten.

Das tut die Suchtberatungsstelle, hat viel Erfahrung und alle Hände voll zu tun: Mehr als 4000 Beratungsgespräche wurden im vergangenen Jahr geführt, mit etwa 400 Klienten, aber auch mit mehr als 150 Angehörigen, dazu kommen Kollegen oder Freunde.

Die Firmen hatten Führungskräfte, Personalverantwortliche und Betriebsräte angemeldet. Deutlich wurde, dass Alkohol am Arbeitsplatz aktuell viele Unternehmen beschäftigt. So wurden neben Alkohol auch Drogen wie Cannabis thematisiert, einschließlich der Frage, wie Kollegen helfen und wie Hinweise auf eine Sucht frühzeitig erkannt werden können.

Katrin Schnell, Leiterin des Präventionszentrums in Thüringen, erläuterte, woran Alkohol- und Drogenmissbrauch erkannt wird, wie man sensibel mit auffälligen Kollegen umgeht und wen man zu informieren hat. Auch ihr Rat: offen reden, das Thema ansprechen, Auffälligkeiten benennen und Hilfe anbieten. „Reden hilft“, betonte Schnell.

Bestenfalls existieren Ansprechstellen im Unternehmen, an die sich Mitarbeitende wenden können.

Wie Menschen mit Suchterkrankungen geholfen wird, welche Behandlungsschritte und Rehabilitationsmöglichkeiten es gibt, zeigte Christoph Kern, Chefarzt und Medizinischer Geschäftsführer der Fachklinik Klosterwald, auf.

Von der guten Veranstaltung und hohen Beteiligung aus Unternehmen beeindruckt, regte er an, auch in anderen Regionen solche Fachtage zu veranstalten.

Rechtsanwältin Martina Amarotico, ging in ihren Vortrag auf rechtliche Grundlagen, Arbeitsschutz, Unfallversicherung bei Abhängigkeit und Sucht ein. Deutlich wurde den Zuhörern, dass Suchterkrankung kein persönliches Problem der Betroffenen darstellt, sondern zur Gefahr im Kollegium und im Betrieb werden kann. 

 

Kontakt: Psychosoziale Beratungsstelle Saalfeld, Brudergasse 18,

Tel.: 03671 – 5256-5111, Mail: Suchtberatung-saalfeld@diakonie-wl.de

Eine vertrauliche Online-Beratung ist möglich unter www.diakonie-wl.de. Weitere Informationen sind auf der Homepage zu finden.

 

Text / Foto:  Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbh


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Ansprechpartner

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03671 598-205     Email schreiben...