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Stippvisite ehrt jahrelanges Engagement


Ministerpräsident Bodo Ramelow überzeugt sich von guter Arbeit des Kinder- und Jugendausschusses

„Eine gelungene Veranstaltung, auch wenn es ein unheimlicher Kraftakt für Kinder und Jugendliche, Jugendzentren, Bürgerradio SRB, Moderatoren und Mitarbeiter der Stadtverwaltung.“ Peter Seifert, städtischer Mitarbeiter für Kinder- und Jugendbeteiligung, bilanzierte so in der Märzsitzung des Kinder- und Jugendausschusses (KUJA) den Besuch des Thüringer Ministerpräsidenten und erhielt breite Zustimmung in Saalfelds Jugendgremium.

Auf Einladung des KUJA-Vorsitzenden Leon Schwalbe nahm sich Ende Januar dieses Jahres Ministerpräsident Bodo Ramelow Zeit für angeregte politische Diskussionen im Bürger- und Behördenhaus

Ramelow nahm an verschiedenen Diskussions-Stationen teil und musste sich bisweilen Kritisches anhören: Leon Schwalbe kritisierte u. a., dass „Schüler teils mehr Einfluss auf die Stadtentwicklung haben als auf Schulen“. Die Beteiligungsmöglichkeiten der Schüler wären deutlich ausbaufähig. Beispielsweise werden Klassensprecher von Lehrern oft nicht ernst genommen. Andersherum wüssten diese wegen mangelnder Qualifikation oft nicht, wozu sie da sind. Der Ministerpräsident Ramelow nahm die Anregungen an und antwortete gerne mit anschaulichen Anekdoten seines eigenen Lebens: „Ich war selbst einmal Klassensprecher gewesen. Als ich mit der Lehrerin positiv verhandelt hatte, dass wir Schüler den Klassenraum selbst gestalten dürfen, haben wir sie beim Wort genommen und die Wände mit Postern von Popgruppen zugekleistert. Denn das Wie war nicht geklärt.“

In den Bereichen Bildung und Mitwirkung waren weitere Forderungen u. a. ein Schülerticket für alle Thüringer Schüler, Anerkennung von außerschulischem Engagement, Aufstockung und Sicherung des Personals an den Schulen, in der Jugendarbeit und den Bürgermedien, Jugendmoderatorenausbildungen an jeder weiterführenden Schule, Rückkehr der Stadt zur tomatocus-Kinderzeitung und Kinderredaktion sowie bessere Unterstützung der Jugendkulturarbeit. „Allgemein geht es uns um Partizipation auf Zukunftskurs mit gesetzlicher Verbindlichkeit. Als gutes Beispiel sehen wir die Verankerung von Kinder- und Jugendbeteiligung in der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein“, bekräftigt Leon Schwalbe.

In Sachen Bildung postierte sich der Ministerpräsident deutlich: „Alle sind gleichwertig und niemand darf hinten runterfallen. Man muss nicht alles wissen, aber man muss lernen zu fragen bzw. nachzufragen. Wir müssen zudem weg vom Bulimie-Lernen und hin zur Kompetenzentwicklung, sodass wir Bildung neu denken und Projektlernen fördern. Bildung soll so gestaltet sein, dass man ein Leben lang davon zehren kann und Interesse am Lernen entwickelt.“ Ramelow regte zudem eine gemeinsame Schulnetzplanung von Landkreis und Stadt an.

Im Punkt Integration beschäftigte die Jugendlichen Fragen nach günstigen Busfahrten zu Freizeitangeboten der Stadt, gestaltete Freiräume sowie ein mit IBA-Mitteln finanziertes Werkhaus im Wohngebiet „Alte Kaserne“, mehr DAZ-Lehrer an den Thüringer Schulen, mehr ausschließliche Angebote für Frauen und Mädchen und Abschaffung der Gemeinschaftsunterkünfte für mehr Begegnung.

Im SRB-Interview zeigte sich der Ministerpräsident beeindruckt von der Zusammenarbeit von Stadtrat, Bürgermeister und Verwaltung mit den Kinder- und Jugendlichen: „Dies ist ein Vorbild für ganz Thüringen und diese gute Mischung nehme ich mit.“

MIttlerweile wurden die Forderungen der Kinder- und Jugendlichen durch die Stadt aufgearbeitet und werden in den nächsten Tagen mit einem Brief des Bürgermeisters sowie des KUJA-Vorsitzenden Leon Schwalbe an den Ministerpräsidenten sowie Saalfelds Stadträte versandt. Zudem soll nun regelmäßig ein Newsletter über die Aktivitäten des Ausschusses informieren. Angedacht ist auch eine eigene Rubrik im Heft „Saalfeld informativ“.


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