Unterwegs mit dem Maler Ralf Schlegel
Kunstausstellung in der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt noch bis Ende Mai
von Dr. Maren Kratschmer-Kroneck
Der Weg eines Autodidakten zur Kunst ist oft lang und kurvenreich. Ralf Schlegel ist 47. Das ist für einen Kunstmacher noch kein Alter. Doch wenn es angefüllt ist mit Lebenserfahrung, kann das eine gute Vorbereitung sein für die Erkundung eines Talents. Schlegel kommt aus Jena, war Elektromechaniker, Altenpfleger, Schaufensterdekorateur und Lithograf und hat schließlich in eine Malerfamilie eingeheiratet. Der Schwiegervater war sein erster ihn prägender Mentor. Jetzt lebt Schlegel in Pößneck. Die meisten seiner Motive findet er in Thüringen. Pößneck, Weimar und Saalfelds winklige Gassen haben es ihm angetan. Pastellkreiden sind sein Arbeitsmaterial. Er nutzt sie bilderbuchartig, lässt sich von urbanen Licht- und Schattenseiten faszinieren. Derart gestaltet er Stadt-, Straßen- und Hausphysiognomien. Er bringt sie gern aus dem Gleichgewicht, lässt sie instabil schwanken. Das Bekannte gerät dadurch in eine angespannte Situation und zu neuem Seherlebnis. Auf diese Weise verfremdet er Gassenschluchten, Häuserfronten, Marktsituationen, Türme, herausgeputzte Fassaden und historisches Details – und dabei immer das Spiel mit starken Schlagschatten. Zwischendrin auch der Blick in die Welt, etwa mit exotischen Sri-Lanka-Motiven und Großstadtrummel.
Unbedingt erwähnenswert sind seine Selbstporträts als Trauernder, Gekreuzigter und in voller Hoffnung. Das alles steckt wohl auch sinnbildhaft in seinen Stadtbildern.
Die Ausstellung in der Saalfelder Hauptstelle der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt (Markt 20, 1. Obergeschoss) ist bis Ende Mai zu sehen.
Im Foto (von links): Dr. Maren Kratschmer-Kroneck (Initiatorin der Ausstellung), Sabine Beyer (Leiterin des Vorstandssekretariates) und Martin Bayer (Vorstandsprecher)
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