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AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 06.04.2019

"Der Schöne Schein" - Erste Sonderausstellung 2019 im Stadtmuseum eröffnet


Saalfeld. Von der Zeit in der ein Kilo Brot 1,5 Milliarden Euro gekostet hat, hat wohl schon jeder einmal gehört. 1922, die Zeit der Hyperinflation, hat sich ins kollektive Gedächtnis der Deutschen eingebrannt. Weniger bekannt ist jedoch die Geschichte des Geldes in der Zeit davor. Die Geschichte des Notgeldes. Also Geldscheine, die von Gemeinden, Städten, Vereinen oder Unternehmen herausgegeben wurden, um den Mangel an Münzgeld zu decken. Genau diesem Kapitel widmet sich die erste Sonderausstellung 2019 des Saalfelder Stadtmuseums "Der schöne Schein. Notgeld von A(ltenburg) bis Z(iegenrück)".

Während des I. Weltkrieges zog der Staat einen Großteil der im Umlauf befindlichen Gold- und Silbermünzen und später sogar die kleinen Kupfermünzen ein, um den Krieg finanzieren zu können. "Das führte zu einem erheblichen Mangel bei den Zahlungsmitteln", erklärte Dr. Dirk Henning, Direktor des Stadtmuseums während der Ausstellungseröffnung. So sei der Anteil an Münzgeld von 1917 bis 1920 auf gerade einmal 0,5 Prozent der Geldmittel geschrumpft.

Um dem Mangel entgegenzutreten, erlaubte der Staat den Druck von Notgeld. Also von Scheinen, die die Werte der Münzen ersetzen sollten. "Das waren vor allem Pfenning- und kleine Markbeträge", ergänzte Dr. Henning. Vor allem bis Anfang der 20er Jahre erfüllten diese Münzen ihren Zweck.

Mit dem Wirtschaftsaufschwung Anfang der 20er Jahre änderte sich das. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Scheine vor allem zu Sammlerobjekten. Besonders für die klammen Kommunen wurden diese damit zu einem wichtigen Finanzierungsmittel. Die Scheine wurden meist von regionalen, aber auch überregionalen Künstlern gestaltet und zeigten vor allem einfache und bodenständige Motive. "Auch das ist ein Zeichen der Zeit. Die Menschen sehnten sich nach Normalität in Zeiten des Krieges und danach. Das spielgelt sich auch bei den Motiven wider", sagte Dr. Henning.

Ab 1922 ging die Zeit des Notgeldes zu Ende. Die Reichsbank verbot die Ersatzwährung. Nur wenige Monate später setzte das neue Kapitel der Geldgeschichte in Deutschland ein - Die Hyperinflation.

Mit der Ausstellung, die bis zum 19. Mai im Stadtmuseum zu sehen ist, soll vor allem die umfangreiche Sammlung an Notgeldscheinen des Museums präsentiert werden und ein Beitrag zum 100-jährigen Jubiläum der Weimarer Republik erbracht werden.


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