Saalfelder Gedenken zum 30-jährigen Mauerfall
Am 9. November jährt sich der bundesdeutsche Schicksalstag bereits zum 30. Mal. Auch in Saalfeld wird den Ereignissen gedacht und in die Zukunft geschaut.
Saalfeld. Mit einer kompletten Veranstaltungsreihe wird in Saalfeld in den kommenden zwei Wochen dem Mauerfall 1989 gedacht. Es kommen Zeitzeugen zu Wort. Wie hat der Mauerfall das Leben verändert. Aber auch persönliche Reflektionen sollen Bestandteil der Veranstaltungen sein.
Den Auftakt gestaltet die Saalfelder Kirchgemeinde gemeinsam mit der Stadtverwaltung Saalfeld und der Partnerschaft für Demokratie mit einem Erzählcafé. „Was ist aus unseren Träumen und Hoffnungen geworden?“ Diese Frage steht im Mittelpunkt der Veranstaltung, die am 25. Oktober um 19 Uhr in der Orangerie und am 26. November um 17 Uhr im Jugend- und Stadtteilzentrum Gorndorf stattfindet. Vier Zeitzeugen, die die Friedliche Revolution in Saalfeld aktiv miterlebt und mitgestaltet haben, werden von ihren Erfahrungen und Eindrücken aus dem Herbst 1989 berichten und mit den Zuhörern ins Gespräch kommen.
Am 4. November soll sich dem Mauerfall literarisch mit der Lesung „Die anderen Leben“ in der Stadt- und Kreisbibliothek Saalfeld genähert werden. Um 19 Uhr berichten Michel und Dörte Grimm von ihrer Reise durch die ehemalige DDR. Auf dieser Reise haben sie zehn aufschlussreiche und berührende, auch aufwühlende Begegnungen zwischen ostdeutschen Kindern, den „Wendekindern“ und ihren Eltern initiiert und begleitet. Sie dokumentieren in ihrem Interviewband, wie ehrlich und entwaffnend gesprochen wird, über das, was tatsächlich in den Familien passiert ist, vor und nach der Wende bis heute. Der Eintritt ist frei.
Am Jahrestag des Mauerfalls haben dann Axel Brümmer und Peter Glöckner um 16 Uhr ihren Auftritt im Meininger Hof mit „Weltsichten – 30 Jahre danach“. Als 1989 die Berliner Mauer fiel, nutzten Axel Brümmer und Peter Glöckner ihre neu gewonnene Freiheit aus der DDR zu starten und brachen auf zu einer Reise, wie sie heute kaum noch möglich ist. Anlässlich des 30 jährigen Mauerfalljubiläums sind die Erinnerungen an die damalige Reise so stark, dass die Weltumradler die unzähligen Kontakte anschrieben und mit ihren Familien und tausenden Tagebuchseiten im Gepäck, 30 Jahre später zu Menschen reisten, die ihnen besonders wichtig geworden sind, in Gegenden, die sie nachhaltig faszinierten oder auf Pfaden, die ihnen damals verschlossen blieben.
Die alte Weltumradlung lebt in der Erinnerung mit all ihren Gefühlen in ihnen wieder auf, mit den Ängsten, den großen Freuden und voller magischer Momente. So entstand der Entschluss den Kultvortrag aus heutiger Sicht erneut zu zeigen. Tickets für „Weltsichten – 30 Jahre danach“ am 9.November gibt es für 13 Euro in allen bekannten Vorverkaufsstellen. Im Eintrittspreis ist anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Mauerfall“ ein kleiner Imbiss enthalten.
Musikalisch wird es ebenfalls am 9. November um 19.30 Uhr in der Johanneskirche. Unter dem Motto „Freude, schöner Götterfunken“ wird dort der Ereignisse von vor 30 Jahren gedacht. Berichte von Zeitzeugen werden musikalisch umrahmt durch Kompositionen von Felix Mendelsohn-Bartholdy, Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven. Die Werke werden präsentiert von den Thüringer Symphonikern, dem Oratorienchor Rudolstadt und dem Oratorienchor Saalfeld. Der Eintritt ist frei, um Spende wird gebeten.
Der Film „Gundermann“ über den gleichnamigen ostdeutschen Liedermacher war mit 5 Goldenen Lolas der Abräumer beim Deutschen Filmpreis 2019. Schuld an diesem bemerkenswerten Revival hat aber auch „Die Seilschaft“, die Band, mit der Gerhard Gundermann bis zu seinem unerwarteten Tod 1998 mehrere Alben aufnahm und die seit 2008 sein musikalisches Erbe weiterleben lassen. Live erleben kann man das am 10. November 2019 ab 20 Uhr im Meininger Hof – ein passender Schlussakkord für die Saalfelder Veranstaltungsreihe zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls.
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