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AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 05.10.2020

Festkonzert 30 Jahre Deutsche Einheit


Würdevolle Feier des Jubiläums im Meininger Hof Saalfeld – trotz Corona-Bedingungen

Die gesamte Weite des Zuschauerraums war am Sonntag nötig, um die Besucher des Festkonzerts „30 Jahre Deutsche Einheit“ im Meininger Hof unterzubringen, damit die coronabedingten Abstände auch bei eingeschränkter Zuschauerzahl eingehalten werden konnten. Abstände galten ebenso für die Mitglieder des Kammerchors der Schlosskapelle, die entsprechend auf den Rängen des Hauses untergebracht waren.

 

Saalfeld. In seiner Begrüßung freute sich Bürgermeister Steffen Kania, dass das Jubiläum „30 Jahre Deutsche Einheit“ mit diesem Konzert in „angemessener Form“ begangen werden könne. Bis zuletzt war das Zustandekommen der Aufführung nicht sicher. Tatsächlich konnte das Konzert nun in großer Besetzung wie geplant aufgeführt werden – und sogar zweimal: Am Samstag, 3. Oktober, im Merseburger Dom und am Sonntag in Saalfeld. Zu verdanken sei das natürlich den Mitwirkenden - dem Merseburger Domorganisten Michael Schönheit, der Merseburger Hofmusik, dem Collegium Vocale Leipzig und dem Kammerchor der Schlosskapelle. Das Konzert in Saalfeld förderten besonders der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und die Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt.

Besonderen Dank richtete Dr. Kania an Tobias Fritzsche und sein Team, die im Meininger Hof einen Rest kulturellen Lebens für Saalfeld aufrecht erhalten. Und das nicht schlecht, wie der donnernde Applaus und die Standing Ovations am Sonntag nachmittag bewiesen.

Unsicherheit und Zuversicht damals wie heute, Botschaften von der Freude und der Verpflichtung aus der Deutschen Einheit und von einer Welt, die zusammen hält, nannte der Bürgermeister – und bezog sich auf Barack Obama ebenso wie auf Richard von Weizsäcker. Saalfeld erinnerte er als eine pulsierende und moderne Stadt, in der Mauern niedergerissen und Gräben zugeschüttet wurden.

Und genau dazu passend, zur Botschaft in Schillers Ode an die Freude – „Seid umschlungen Millionen“ - passte das Festkonzert.

Stand doch das Merseburg-Saalfelder Doppelkonzert unter dem Motto „Alle Menschen werden Brüder“, in dem Beethovens 9. Sinfonie und der Schlusschor über Schillers Ode an die Freude in großer Besetzung gegeben wurden. Den vollen Raumklang der Instrumente ließen im finalen Satz die Solisten Julia-Sophie Wagner (Sopran), Henriette Göde (Alt) Lothar Odinius (Tenor) und Henryk Böhm (Bass) mit ihrer Stimmwucht zusätzlich zur Geltung kommen. Insbesondere der Kammerchor der Schlosskapelle brachte mit klanglicher Präzision und Opulenz den Raum zum Vibrieren – wie übrigens schon am Abend zuvor in Merseburg. Dort sei die Wirkung dank des umso größeren Doms noch umfassender gewesen, wie die Chormitglieder berichteten.

Neben dem umfassenden Hörgenuss bot der Meininger Hof auch viel für die Augen – den direkten Blick auf Dirigent und Orchester. Michael Schönheits Leidenschaft und Energie ist dabei durch den ganzen Raum zu sehen und zu spüren.

Saalfeld behauptet sich damit auch nach drei Jahrzehnten im vereinigten und demokratischen Deutschland als eine Kulturstadt. Das Festkonzert schaffte – um es mit den Worten des Bürgermeisters zu sagen, den idealen Rahmen, um die Zeit seit 1990 Revue passieren zu lassen.

 

Fotos vom Konzert Martin Modes  – mit Orchester, Solisten und dem Kammerchor auf den Rängen


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