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AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 27.01.2026

Erinnern und Nachdenken: #WeRemember


Saalfelds freiheitlich-demokratischen Positionen sind unverrückbar

Der 27. Januar ist der offizielle Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland. Die Stadt erinnert u. a. mit einem Blumengebinde auf dem Hauptfriedhof an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden: an die europäischen Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Kriegsgefangenen sowie Menschen mit Behinderungen.

Der zentrale Gedenktag wurde vor 30 Jahren mittels Proklamation durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ins Leben gerufen. Die bewusste Festlegung auf diesen Kalendertag erfolgte im Andenken an die Befreiung der Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee am 27. Januar 1945. „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken", mahnte Herzog in seiner Proklamation. Seit 2017 richtet sich zudem die gemeinsame #WeRemember-Kampagne des Jüdischen Weltkongress und der Unesco gegen Antisemitismus sowie alle Formen von Völkermord, Hass und Fremdenfeindlichkeit und trägt zur weiteren Aufklärung über den Holocaust bei.

Herzogs Gedanken untermauert Saalfeld seit 2009 mit der Saalfelder Erklärung „Für Toleranz und Zivilcourage - gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“. „Es ist unsere Aufgabe, mit Erinnerung Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu sichern. Der 27. Januar mahnt uns, was geschehen kann, wenn Zivilgesellschaft versagt. Die Geschehnisse der Vergangenheit dürfen sich niemals wiederholen. Dem verstärkt wahrnehmbaren Rückfall in längst vergangen geglaubte Denkschemata von Hass und Unmenschlichkeit müssen wir in Saalfeld mit demokratischem und tolerantem Miteinander begegnen. Fremdenfeindliches, rassistisches Handeln und politisch motivierte Gewalt sind unerträglich und völlig inakzeptabel. Jede Straftat ist unbeirrt zu verfolgen und zu ahnden“, erklärt Bürgermeister Dr. Steffen Kania.

Weitere Stolpersteine geplant

Ein deutliches Zeichen, dass die Opfer nicht vergessen sind und Erinnerung lebendig gehalten wird, ist die Fortführung der in 2008 begonnenen Aktion „Stolpersteine“. Im Rahmen des Kunstprojekts von Gunter Demnig werden im September 2026 zehn weitere Stolpersteine vor ehemaligen Wohnhäusern jüdischer Mitbürgerinnen und -bürger in Saalfeld verlegt. Die in Messing eingravierten Namen und Lebensdaten machen das Schicksal der Opfer im Alltag sichtbar und laden zum Innehalten ein. Sinn des Projektes ist, dass man über diese Steine „stolpert“ und sich herunterbeugen muss, um zu lesen, was auf ihnen geschrieben steht. Symbolhaft soll man sich so vor den Opfern verneigen. Die Steine scheinen Hilflosigkeit auszudrücken, angesichts dessen was jene Menschen ertragen mussten. Doch es ist auch der Versuch, sich in Würde an sie zu erinnern.

Auch in diesem Jahr widmet sich das Theater Rudolstadt dem Gedenken in künstlerischer Form. Mit einer Lesung um 19 Uhr im Schminkkasten wird an die Opfer des Nationalsozialismus‘ erinnert. Unter dem Titel „Die Frauen von Birkenau“ werden Texte einer Überlebenden vorgestellt, die die NS-Zeit unmittelbar erlebte und ihre Gefühle und Gedanken niederschrieb. Bereits um 16 Uhr findet am Gedenkstein auf dem Platz der Opfer des Faschismus in Rudolstadt eine öffentliche Gedenkveranstaltung statt.


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