Neue Ausstellung „Innehalten – Places of Silence“ im Stadtmuseum Saalfeld
„Seit vielen Jahrhunderten versuchen Menschen, sich im Kontext zur Welt zu verstehen. In diesem Bemühen hatte die Existenz der Stille immer eine große Bedeutung. Stille ist groß, erhaben und trägt einen Hauch von Unendlichkeit und Ewigkeit in sich. Nicht nur der Meditierende benötigt Stille. Den Menschen generell hilft Stille bei der Regeneration von Körper Geist. Stille kann unsere Sinne entfalten und den Gedanken freie Spielräume geben.
‚Lärm kommt und geht, aber die Stille bleibt‘, so der 2005 verstorbene amerikanische Schriftsteller Robert Lax.
Stille ist nicht allein das Nichtvorhandensein von Geräuschen. ‚Wenn Du nichts hörst, was hörst Du dann?‘, so lautet eine Frage des Meisters im japanischen Zen-Buddhismus an seine Schüler.
In der Stille kann man hören, was man möchte und nicht, was man muss. ‚Hören wir die Ewigkeit in der Stille? Oder die Stille in der Ewigkeit?‘ Diese Frage stellte sich die Filmemacherin und Autorin Caroline Fink in einem ihrer Bücher.
In unserer modernen und komplizierter werdenden Welt sind inzwischen Suche und Sehnsucht nach Stille, Einfachheit und Entschleunigung ein Ausdruck des Aufbegehrens. Sie sind ein Kontrapunkt zu den Social Media-Fluten, immer neuen Formaten und Updates, Beschallungen in Warenhäusern, unzähligen Fernsehprogrammen, Influenzern und Bloggern, unerwünschter Werbung und zu einer überbordenden Eventindustrie“, beschreibt Fotograf Dr. Thomas Lange.
Das Anliegen der Ausstellung ist es, Raum zu bieten für Reflexion und vielleicht auch Anregungen zu geben. Kann man Stille in Bildern sehen oder Stille durch Bilder erfühlen? Dr. Thomas Lange meint, ja. Ansonsten wären wohl viele der ausgestellten Fotografien gar nicht entstanden.
„Eigentlich“ ist Thomas Lange Mediziner, zugleich aber seit mehr als vierzig Jahren ambitionierter Fotograf. Als Wanderer, Bergsteiger, per Ski oder im Kanu war er in weit über 100 Auslandsreisen unterwegs, u.a. im Pamir-Gebirge, dem Kaukasus, in Südamerika, der Sahara, verschiedenen Länder Afrikas, im Norden Kanadas und in Alaska. Sein Hauptmetier sind die Landschafts- und Naturfotografie sowie das Fotografieren von Menschen in ihrer natürlichen Umwelt. Aus seinen Bilderwelten sind zahlreiche Vorträge, Ausstellungen und Multimediashows hervorgegangen, 2016 auch der zweisprachige Fotobildband „On the Road in Africa“ / „Unterwegs in Afrika. Begegnungen und Landschaften.“
Zum 70. Geburtstag von Dr. Thomas Lange zeigt das Stadtmuseum Saalfeld Fotografien aus verschiedenen Teilen der Welt, z. B. aus Deutschland, dem Alpenraum, Grönland, Kanada und der Arktis.
Die Ausstellung kann besichtigt werden, sobald das Museum wieder geöffnet ist. Informationen hierzu sind u.a. unter www.museumimkloster.de zu finden.
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