7. Klasse der Sabelschule Saalfeld besuchte Werkhaus
Eine 7. Klasse der Sabelschule Saalfeld war am 2. Februar 2026 im Rahmen des Tages der Demokratie zu Gast im Werkhaus.
Der Tag begann mit einer kurzen Vorstellungsrunde, in der sich alle Beteiligten gegenseitig kennenlernen konnten.
Getragen vom Gedanken des Recyclings und des gemeinschaftlichen, mitbestimmten Bauens ging es anschließend mit einer Führung durch das Werkhaus weiter. Werkhausmanager Dirk Böhme erläuterte dabei den Weg von der ersten Idee bis zur Umsetzung des Werkhauses. Besonders betonte er, wie demokratische Mitbestimmung und Beteiligungsprozesse der Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers das Projekt geprägt haben. Anhand eines spielerischen Rätsels – „Finde den recycelten Baustoff“ – wurde zudem gezeigt, wie alte Baustoffe im Werkhaus wiederverwendet wurden.
Im Anschluss hielt Sylvia Namukasa vom Verein „Sylvia Sisters“ einen informativen Vortrag. Der Verein setzt sich für die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Uganda ein. Frau Namukasa stellte das Projekt Sylvia Sistersvor, das sie gemeinsam mit einer Firma nahe Masaka in Uganda entwickelt hat. Im Mittelpunkt stand dabei die sogenannte „Afripad“– ein Hygieneprodukt, das aus vier auswaschbaren und wiederverwendbaren Binden besteht und ein Mädchen bis zu ein Jahr lang mit Menstruationshygiene versorgt.
Durch die Nutzung der Afripads können Mädchen auch während ihrer Menstruation ohne Unterbrechung am Unterricht teilnehmen und erhalten somit die gleichen Bildungschancen wie ihre Mitschülerinnen. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zu Bildungsgerechtigkeit und Gleichberechtigung.
Darüber hinaus gab Sylvia Namukasa einen Einblick in das Thema Upcycling. In Uganda werden alte Plastikflaschen sinnvoll wiederverwendet, indem sie mit Erde gefüllt und als Baumaterial eingesetzt werden. Auf diese Weise entstehen unter anderem Schulen, Kindergärten und Bibliotheken, bei denen die Plastikflaschen als Mauerwerk für die Wände genutzt werden und so ein zweites Leben erhalten.
Nach diesem intensiven Input gab es vor dem nächsten Programmpunkt eine kurze Verschnaufpause.
Im zweiten Teil des Tages wurden alle 15 Schülerinnen und Schüler selbst aktiv. In zwei verschiedenen Projekten konnten sie praktisch upcyceln: Eine Gruppe baute aus Altholz und vor dem Wegwerfen geretteten Blumenkästen rollende, hängende Gärten. Die zweite Gruppe reparierte gemeinsam mit Ralf Rousseau von Labdoogebrauchte Laptops für das gemeinnützige Hilfsprojekt Labdoo.org. Labdoo ist aktuell in Deutschland und weiteren 133 Ländern aktiv und unterstützt über 530.000 Schülerinnen und Schüler sowie Geflüchtete in mehr als 1.650 Schulen, Waisenhäusern und sozialen Einrichtungen weltweit kostenlos mit IT. Ziel ist es, durch gespendete Laptops, Tablets oder E-Book-Reader den Zugang zu Bildung, Sprachkursen und digitaler Teilhabe zu ermöglichen.
Die Zeit verging dabei so schnell, dass die Bauprojekte zu einem späteren Zeitpunkt im regelmäßig mittwochs stattfindenden Makerspace gemeinsam mit neu gewonnenen Mitstreiterinnen und Mitstreitern aus der Sabelschule weitergeführt und abgeschlossen werden.
Zum Abschluss des Tages erlebten alle einen musikalischen Höhepunkt: Der Direktor Boris Vásques Gonzales sowie zwei Schülerinnen des Sinfonieorchesters aus Santa Cruz de la Sierra (Bolivien) präsentierten zwei Musikstücke mit einer Geschichte über Toleranz, Vielfalt und die Schönheit der Einzigartigkeit. Das Orchester fördert junge Talente, bringt sie zusammen und vermittelt gesellschaftliche Werte auf Departments- und Landesebene.
Ein besonderer Dank gilt Axel Brümmer von GlobalSocial-Network e. V., der erneut vielseitig engagierte Menschen aus aller Welt ins Werkhaus gebracht und den Schülerinnen und Schülern ein bleibendes, eindrucksvolles Erlebnis ermöglicht hat. Am Ende des Tages wurde einmal mehr deutlich: Nur gemeinsam können wir etwas bewegen – und vor allem dann, wenn wir vom Reden ins Handeln kommen.
Text / Fotos: Werkhausmanager Dirk Böhme
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