30.09.26: Gegen das Vergessen – 15 Stolpersteine erinnern an jüdische Bürgerinnen und Bürger
Die Veranstaltung beginnt um 8:30 Uhr mit einem Friedensgebet im Gemeindehaus der evangelischen Kirche, Am Hohen Ufer 1. Anschließend werden an fünf Stationen im Stadtgebiet Stolpersteine im Beisein der Öffentlichkeit verlegt.
Die Stationen
9:00 Uhr – Am Hohen Ufer 3: Eugen Gütermann
Dr. Eugen Gütermann, Jahrgang 1884, wurde 1944 nach Theresienstadt deportiert und im selben Jahr in Auschwitz ermordet.
9:30 Uhr – Fleischgasse 20: Oskar Grossmann
Oskar Grossmann, Jahrgang 1880, wurde am 20. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Dort wurde er am 3. Februar 1944 ermordet.
10:00 Uhr – Obere Straße 16: Gustav Steinberg
Gustav Steinberg, Jahrgang 1861, floh 1939 in die USA.
10:30 Uhr – Zetkinstraße 1: Elias, Irma und Günther Hirschowitz
Elias Hirschowitz, Jahrgang 1885, wurde am 10. November 1938 verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Später wurde er nach Bełżyce deportiert und ermordet.
Seine Ehefrau Irma Hirschowitz, geborene Katz, Jahrgang 1896, und ihr Sohn Günther Hirschowitz, Jahrgang 1925, wurden am 10. Mai 1942 nach Bełżyce deportiert und ermordet.
11:00 Uhr – Köditzgasse 21: Louis Leopold, Paula, Kurt David, Ilse und Erich Sachs
Louis Leopold Sachs, Jahrgang 1883, und seine Ehefrau Paula Sachs, geborene Bannemann, Jahrgang 1891, flohen 1939 nach England und 1940 weiter in die USA.
Ihr Sohn Kurt David Sachs, Jahrgang 1921, musste 1935 unfreiwillig nach Coburg umziehen und floh später in die USA.
Ilse Sachs, Jahrgang 1922, floh 1937 nach Italien und anschließend in die USA.
Erich Sachs, Jahrgang 1925, musste 1938 unfreiwillig nach Leipzig umziehen und floh später in die USA.
Biografien stehen im Mittelpunkt
An den Verlegestellen werden die Lebenswege der Menschen vorgestellt, an die die Stolpersteine erinnern. Robin Wagner vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie informiert über die jeweiligen Biografien. Im Anschluss ist ein Musikstück von Thomas Uhlmann vorgesehen.
Die Stolpersteine an den ersten drei Stationen verlegt Michael Rohrmann, Assistent des Künstlers Gunter Demnig. Rohrmann engagiert sich seit vielen Jahren für die Stolpersteinverlegung und unterstützt Demnig bei entsprechenden Terminen.
An der Zetkinstraße 1 und zum Abschluss in der Köditzgasse übernimmt der städtische Bauhof die Verlegung. Die weiteren Stolpersteine werden eigenständig und ohne Begleitung verlegt:
Teil der Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen“
Die Stolpersteinverlegung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen: Jüdisches Leben in Saalfeld“. Mit den 15 neuen Stolpersteinen werden die Namen und Lebensgeschichten weiterer jüdischer Bürgerinnen und Bürger dauerhaft an ihren ehemaligen Wohnorten im Saalfelder Stadtbild sichtbar.
Die Stadt Saalfeld/Saale lädt Bürgerinnen und Bürger die Verlegungen zu begleiten und an den Stationen der Menschen zu gedenken, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden.
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