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AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 29.11.2021

Corona-Lage ist dramatisch: Appelle zur Solidarität und für Impfungen


Angesichts der Corona-Lage im Landkreis appelliert Landrat Marko Wolfram eindringlich an die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger: „Die erneuten strengen Corona-Auflagen sind für uns alle hart – egal ob geimpft oder ungeimpft, Angestellte, Unternehmen, Einzelhändler und Gastronomen. Wir stecken gemeinsam in dieser Pandemie und werden nur gemeinsam herauskommen. Deshalb bitte ich Sie alle, halten Sie sich an die Auflagen der Corona-Verordnung und meiden Sie große Menschenansammlungen. Zeigen Sie Solidarität mit dem Personal in den Thüringen-Kliniken, das täglich um Menschenleben kämpft. Seien Sie solidarisch mit den Kindern, damit Kindergärten und Schulen offen bleiben können. Üben Sie Rücksicht auf die Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.“

Der Landrat bitte die Menschen im Landkreis, auf die Teilnahme an Kundgebungen wie am Mittwochabend in Saalfeld zu verzichten. Die Infektionslage im Landkreis spreche eindeutig gegen größere Menschenansammlungen ohne Mindestabstand und Masken. Das Landratsamt ist bei der Abarbeitung der Infektionsfälle trotz deutlicher Personalverstärkung im Rückstand. „Die tägliche Meldung an das RKI bildet nicht das gesamte Infektionsgeschehen ab, wir kommen bei der Masse der Fälle nicht mehr hinterher“, so der Landrat.

Die Lage in den Thüringen-Kliniken ist ebenso dramatisch. Die ersten Schwerstkranken wurden am Wochenende in andere Bundesländer verlegt. Dafür stehen thüringenweit zwei spezielle Fahrzeuge zur Verfügung. Ein weiteres Fahrzeug aus dem Regelrettungsdienst des Landkreises wird jetzt entsprechend umgerüstet. Dieser steht dann für „normale“ Notfälle nicht zur Verfügung. Die Belegung auf den Pandemiestationen und der Intensivstation spiegelt das Infektionsgeschehen von vor zwei bis drei Wochen wieder. Es ist damit zu rechnen, dass die jetzt rasant zunehmenden Infektionszahlen auch zu einem deutlichen Anstieg der schweren und schwersten Erkrankungen führen werden.

Landrat Wolfram: „Deshalb appelliere ich nochmal eindringlich: vermeiden Sie alle nicht unbedingt notwendigen Kontakte. Wo das nicht geht, tragen Sie eine Maske, halten Sie Abstand und bei wem es geht, holen Sie die Impfung nach!“

Bereits am Donnerstag der vergangenen Woche wurde ein Offener Brief von Geschäftsführung, Betriebsrat und Pandemiestab der Thüringen-Kliniken veröffentlicht, der dem Appell des Landrats Nachdruck verleiht:

„Die Lage in den Thüringen-Kliniken ist wie in vielen anderen Krankenhäusern Thüringens, Sachsens und Bayerns sehr ernst. Wir arbeiten seit Beginn der Pandemie wiederholt im Notbetrieb, haben bis heute etwa 2.000 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 versorgt und trauern um 300 Menschen, die ihr Leben verloren haben.

Veranstaltungen der vergangenen Tage in unserer Region, in unserer Stadt, zeigen, wie gespalten unsere Gesellschaft in Fragen zur Pandemie denkt und handelt. Wir als Thüringen-Kliniken distanzieren uns in aller Form von Menschen, die die Arbeit unserer Pflegerinnen und Pfleger, unserer Ärztinnen und Ärzte, unserer Servicemitarbeiter sowie allen Kolleginnen und Kollegen der verschiedenen Klinikbereiche beschädigen. Wir stehen täglich für die Behandlung unserer Patienten ein, unabhängig von Impfstatus und Alter. Ernsthaftigkeit und Realismus im Umgang mit den Herausforderungen des Klinikbetriebes und den Ansprüchen unserer Mitarbeitenden sind Leitbild unserer täglichen Arbeit. Dabei steht der Schutz der uns anvertrauten Patienten an erster Stelle, gefolgt vom Schutz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Wir werben seit Beginn dieses Jahres für die Impfung gegen Corona. Die Realität besteht im Moment darin, dass neun von zehn Corona-Patienten auf Intensivstationen und drei Viertel der Corona-Patienten auf den Pandemiestationen nicht geimpft sind. Wir werden nicht aufhören zu pflegen, zu diagnostizieren, zu therapieren – mit Herz und mit Kopf. Unsere Gesellschaft und auch die Thüringen-Kliniken sind stark genug, diese pandemische Lage und die gesellschaftliche Spaltung zu überwinden.“

Nachdenklich macht auch der Brief von David, eines Pflegers der Thüringen-Kliniken, an einen fiktiven Corona-Patienten.


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