Ein weiteres Dürrejahr und die Folgen für den Saalfelder Stadtwald
Mehrere Dürrejahre sorgten für beschädigte Bäume, die anfällig gegenüber der Borkenkäferart wurden, die die heimischen Nadelhölzer und hier vor allem die Fichte befällt. Stadtförster Alexander Krieck beschreibt es so: „Der Buchdrucker frisst sich förmlich durch den Stadtwald. In den destabilisierten Beständen sorgen Herbst- und Winterstürme oft für weitere Schäden“.
Mit drei Generationen dieser Borkenkäferart rechnet Krieck in diesem Jahr. Damit prognostiziert er eine Katastrophe für den gesamten Wald. Besonders betroffen sind die Höhenzüge Saalfelds. Bereits im Mai waren die ersten Bäume befallen. Die neue Generation Borkenkäfer ist jetzt bereit für den Schwarmflug und wird in den nächsten Tagen und Wochen mit ihrem Zerstörungswerk beginnen. Für Förderprogramme, um Käferschäden aufzuarbeiten, senkte das Land Thüringen im Frühjahr überraschend den Daumen. Die Kosten muss seither jeder allein tragen. Arbeiten zur Verkehrssicherung bleiben seit April ebenfalls ohne Fördermittel.
„Der Wettlauf mit dem Baumschädling ist nicht zu gewinnen. Die Bäume müssten gefällt und aus dem Wald geschafft werden, bevor der Käfer fertig entwickelt ist und ausfliegen kann. Schweres Gerät wird dazu benötigt und ungünstige Hanglagen komplizieren die Arbeiten zusätzlich“, klagt Krieck.
Der Klimawandel mit seinen Folgen setzt dem heimischen Wald sehr stark zu, sodass seit einigen Jahren über alternative und widerstandsfähigere Baumarten nachgedacht wird. Ein gesunder Mischbestand gilt als erstrebenswert. Deutlich wird der katastrophale Zustand unserer Wälder auch anhand nackter Zahlen. So waren laut Krieck in den letzten vier Jahren rund sechzig Hektar Stadtwaldfläche betroffen. Im vergangenen Jahr wurden 13.000 bis 14.000 Festmeter Holz im Stadtwald geschlagen, normal wären 4.500 Festmeter gewesen. Dabei war 2021 ein eher verregnetes Jahr und ein weiteres nasses Jahr wäre heuer dringend notwendig. Denn die ausgetrockneten Böden hinterlassen selbst an tiefwurzelnden Baumarten bereits erste Spuren.
In jedem Herbst und Frühjahr werden deshalb Bürgerpflanzaktionen organisiert. Neben der Naturverjüngung wird auf diese Weise der regenerative Prozess des Stadtwaldes aktiv unterstützt. „So kann es gelingen, den nachfolgenden Generationen einen intakten Stadtwald zu hinterlassen“, erhofft sich Stadtförster Alexander Krieck.
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