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AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 04.10.2022

IBA-Projekt Werkhaus in Saalfeld/Saale wird gebaut


Am Freitag, den 30.09.2022, startete im Ankunftsquartier Beulwitzer Straße in der ehemaligen Alten Kaserne in Saalfeld der Bau des Werkhauses. Auf insgesamt 566 qm Nutzfläche wird im buntesten und jüngsten Wohngebiet des Landkreises ein Haus mit Freiflächen zum gemeinsamen Arbeiten, Lernen und Begegnen entstehen.

 

"Wir sind stolz darauf, IBA-Projekt geworden zu sein. Es ist ein einmaliges Projekt in schwierigen Zeiten, zukunftsweisend und visionär", sagte Saalfelds Bürgermeister Dr. Steffen Kania. 

Der moderne modulare Holzbau zeichnet sich durch flexibel nutzbare Räume aus. Der Entwicklungsprozess begann 2015 im Zuge des Bundeswettbewerbs Zukunftsstadt. Beim Projektaufruf Arrival StadtLand 2016 wurde die Idee für ein Werkhaus im Zwischenraum zum Ankommen dann Kandidat der IBA Thüringen. Seither haben die Stadt Saalfeld und ihre Partner die Quartierentwicklung mit Unterstützung der IBA Thüringen konsequent weiterverfolgt, unter anderem mit Sommerwerkstätten, experimentellen Raummodulen, Ideenstudie und Aktionsraumkonzept. Mit Hilfe des Werkhausmanagers entstanden bereits die Bauhütte im ehemaligen Pförtnerhäuschen, ein Lager für Recyclingmaterial, die Quartierswerkstatt und eine mobile Outdoor-Küche.

Der Bau des Werkhauses und sein Nutzungs- und Betreiberkonzept sind als stetiger Entwicklungsprozess angelegt. Das Richtfest und erste Nutzungen finden im Präsentationsjahr der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen 2023 statt. Mit dem Bau des Werkhauses reagiert die Stadt Saalfeld/Saale gemeinsam mit dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, dem Bildungszentrum Saalfeld und weiteren Partnern auf die Herausforderungen und Chancen der Migration sowie auf die Mängel und Potenziale im Wohnumfeld und schafft dringend benötigte Infrastruktur. Geplant ist, den Bau des Werkhauses mit multifunktionalen Innenräumen sowie überdachten Außenräumen bis Mai 2023 abzuschließen. Nutzer sind Quartiersmanagement, Bildungs- und Sozialträger, Vereine und Initiativen aus dem Quartier. Im Sinne des IBA Mottos „Wie wenig ist genug“, sind Baustruktur und Ausstattung auf ein Minimum reduziert. So ist der Flur als Laubengang und Begegnungszone angelegt. Überdachte Freiräume und Außenbereiche werden in die Raumnutzung einbezogen. Die Bauabschnitte gliedern sich in ein bau- und haustechnisches Grundgerüst, erstellt durch Fachfirmen sowie Ausbauten, die Helfer und Anwohner mit fachlicher Unterstützung des Werkhausmanagers leisten. In nicht tragenden Teilen wird Recyclingmaterial verbaut. Für den Ausbau, die Ausstattung und die Baumpflanzungen werden noch weitere Unterstützer und Materialspenden gesucht. Architekten des Werkhauses sind SIGMA PLAN Weimar. Das städtebauliche Konzept und die Grundidee gehen auf einen Vorentwurf der ArGe ifau Berlin mit Jesko Fezer und Projektbüro Hamburg zurück. Die Freiraumplanung liegt bei IHLE Landschaftsarchitekten Weimar.

Die Konzeptentwicklung wurde von der IBA Thüringen und aus Mitteln der Nationalen Stadtentwicklungspolitik unterstützt. Die Baukosten belaufen sich auf 1,15 Mio. Euro. Planung und Bau sowie das Werkhausmanagement werden aus Mitteln der Städtebauförderung von Bund und Freistaat finanziert. Das Infrastrukturministerium und das Landesverwaltungsamt tragen den innovativen Planungs- und Bauprozess aktiv mit.

Das Werkhaus ist ein Projekt der IBA Thüringen. Es vereint mehrere innovative Zugänge:

Den Planungsprozess mit den Anwohnern, das flexible Raumprogramm, die Verknüpfung mit dem Freiraum, die modulare Bauweise sowie die Selbstbauphasen mit fachlicher Begleitung. Die IBA Thüringen GmbH ist eine Tochtergesellschaft des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft. Als Ausnahmezustand auf Zeit von 2013 bis 2023 entwickelt und begleitet die IBA Experimente und Modellprojekte in der Architektur, Stadt-, Freiraum- und Landschaftsgestaltung. Ihr Motto ist StadtLand. Damit meint sie ein besseres Verhältnis von Zentrum und Dorf, Ortschaft und Landschaft, Mensch und Natur. Ziel ist eine nachhaltige Bau- und Planungskultur. Die zentrale Abschlusspräsentation der IBA findet 2023 im Eiermannbau in Apolda statt.


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Ansprechpartner

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