Das große „Hallelujah“ am 4. Advent in der Johanneskirche Saalfeld Aufführung von Händels „Messiah“ am 18. Dezember um 17 Uhr
Händel war eine Kraftnatur, eine Kämpferpersönlichkeit. Er war groß gewachsen, aß und trank Unmengen, konnte 20 Stunden ununterbrochen komponieren und hatte eine fast unerschöpfliche Schaffenskraft. Bekannt war er für seine Wutanfälle. Einmal drohte er einer Sängerin, die seinen Anweisungen nicht folgen wollte, sie aus dem Fenster zu werfen. Entsprechend kraftvoll ist seine Musik. Sie ist breit ausladend, einfach von majestätischer Wucht und voll der herrlichsten Melodien.
Nach einer Reihe von Schicksalsschlägen traf Händel 1737 ein schwerer Schlaganfall. Er war halbseitig gelähmt und konnte nur noch einzelne unverständliche Worte lallen. Die Ärzte meinten, er werde nie wieder arbeiten können. Aber das Wunder geschah: Er genas vollständig. Durch die Not, die er erlebt hatte, war er demütig und offen für Gott geworden. Er wendete sich jetzt von der Oper mit ihrer meist oberflächlichen Handlung ab und komponierte englische Oratorien überwiegend biblischen Inhalts.
1741 schuf er in nur 24 Tagen sein berühmtestes Werk, den „Messiah“. Darin wird der Weg unseres Erlösers Jesus Christus beschrieben: von der Prophezeiung seines Erscheinens, seiner Geburt, seinem Leiden und Sterben, seiner Auferstehung bis hin zu seiner Wiederkunft und unserer eigenen Auferstehung.
Am 13. April 1742 wurde der „Messiah“ mit großem Erfolg in Dublin uraufgeführt; die erste Londoner Aufführung ist für den 23. März 1743 in Covent-Garden verbürgt, wobei sich der anwesende König George II. bei den ersten Takten des „Hallelujah“ von seinem Sitz erhob. Die Sitte, das „Hallelujah“ stehend anzuhören, hat sich bis heute in England erhalten.
Foto: Oratorienchor
Text: Kantorat der Johanneskirche Saalfeld
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