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AKTUELLES ∎ Nachrichten und Informationen ∎ News vom 15.04.2026

Staatssekretär Marcus Malsch auf Stippvisite


Auf Einladung von Bürgermeister Dr. Steffen Kania besuchte gestern Marcus Malsch, Thüringens Staatssekretär für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, regionale Unternehmen in und um Saalfeld.


Start war am Bürgerlichen Brauhaus Saalfeld. Mit Geschäftsführer Jürgen Kachold wurde über Herausforderungen und die Marktentwicklung gesprochen, wobei Personalprobleme derzeit keine Rolle spielten. Die aktuelle Lage sei unübersichtlich und neben steigenden Kraftstoffkosten machen sich auch Mehrkosten bei Chemie, Glas, Etiketten und Entsorgung bemerkbar. „Sorgen bereitet mir aktuell der mögliche Absatzrückgang, wenn die Menschen länger weniger Geld in der Tasche haben“, beschreibt Kachold und ergänzt: „Sie kaufen dann schlicht billiges Bier und legen weniger Wert auf Regionalität.“ Malsch erläuterte die Aktivitäten des Landes beim Agrarmarketing und bemerkte, „dass die Biersteuer eine Landessteuer ist. Jedes verkaufte Thüringer Bier trägt somit direkt zum Landeshaushalt bei.“ Bei der Führung durch das Brauhaus wurde erneut die Innovationskraft der Saalfelder deutlich. Mit den neuen Anlagen rückt u. a. das alkoholfreie Saalfelder Bier, welches bereits zur Grünen Woche in Berlin verkostet werden konnte, näher in Richtung Marktreife.

Der zweite Firmenbesuch führte zur Schmiedefelder Alm. Marcus Malsch würdigte hier das solide und langfristig angelegte Unternehmenskonzept. Geschäftsführer Dr. Stefan Gutbier informierte zunächst zum Kerngeschäft, der Zucht von Fleischrindern. Grundsätzlich wäre Landwirtschaft in den Höhenlagen des Thüringer Schiefergebirges schwer zu betreiben, weshalb Ackerflächen wegen der geringen Produktivität zumeist als Grünland genutzt würden. Der Ökobetrieb blicke jedoch auf einen vielfältigen Pflanzenbestand der Weiden, der den 2500 Rindern besonders im Sommer zugutekommt. Dr. Gutbier hob dabei hervor, dass Landwirtschaft ohne Tiere nicht gut machbar seit. „Wir brauchen Nutztiere. Es gibt einen Nährstoffkreislauf und daher wackelt das System der viehlosen Betriebe. Betriebe mit Tierbestand müssen deshalb besser unterstützt werden“ Malsch und Dr. Gutbier diskutierten beim Rundgang auch, dass es bei den Agrarsubventionen weniger Gießkannenprinzip und mehr gezielter Förderung bedarf. Für die bessere Vermarktung des Fleisches fehle zudem ein Schlachthof in Thüringen. „Zum Glück baut Saalfelds Partnerstadt Kulmbach einen neuen kommunalen Schlachthof. Die geringe Entfernung hilft hier vor Ort dann schon“, so Dr. Stefan Gutbier.

Letzte Station am Nachmittag war das Haflinger Gestüt Meura. Inhaberin Anke Sendig erläuterte, dass sich der Betrieb seit 50 Jahren mit der Zucht von Haflingern und Edelbluthaflingern beschäftigt, wobei gestütseigene Hengste und ausgewählte Pachthengste die Grundlage der renommierten Deckstation bilden. Aktuell kümmern sich sieben Mitarbeiter um 150 Pferde auf 300 Hektar Land. Neben der Ausbildung von Pferden und Reitern gehöre auch die Gewinnung von Stutenmilch seit vielen Jahren zur Gestütstätigkeit.


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