Zum Tod von Ralf Hohmann: Gedenken und Würdigung
Familie, Freunde, Wegbegleiter und Kollegen erinnern an verstorbenen Braumeister
Gut 60 Personen – darunter Eltern und Geschwister – fanden sich am vergangenen Donnerstag zu einer Gedenk- und Ehrungsstunde für den am Silvestertag 2022 verstorbenen Saalfelder Braumeister Ralf Hohmann im Feuerwehrhaus Beulwitzer Straße ein. Für die musikalische Umrahmung mit Gesang sorgten die Saalfelder Vocalisten und Didi Bujack.
Viele Vereine, Gastronomen, aber auch Privatpersonen äußerten in den Tagen nach Hohmanns Tod, dass es eine Möglichkeit zum Abschied in Saalfeld geben sollte. Nachdem der Saalfelder Stadtrat am 1. Februar 2023 einstimmig die posthume Ehrung mit der Saalfelder Stadtmedaille beschlossen hatte, kam Bürgermeister Dr. Steffen Kania diesem Ansinnen nach, sodass Ehrung und Erinnerung in eine gemeinsame Veranstaltung mündeten.
An Saalfelds Bürgermeister war es dann auch, die Lebensleistung Hohmanns zu reflektieren und zu würdigen. „Mit seinem jahrelangen beispielgebenden Engagement in Beruf und Freizeit hat sich Ralf Hohmann durch anerkennenswerte Leistungen wirtschaftlicher, technischer und wissenschaftlicher Art Verdienste erworben, die dem Ansehen der Stadt und dem Wohle der Allgemeinheit dienen“, verdeutlichte Dr. Kania.
Das Brauen begleitete Ralf Hohmanns ganzes Berufsleben. Nach der Lehre in der Staatlichen Brauerei Rothaus im Hochschwarzwald ging er in die Schweiz nach Rheinfelden zur Brauerei „Feldschlösschen“. Anschließend führte er während seiner nächsten beruflichen Station das alkoholfreie „Erdinger“-Weißbier zur Marktreife und zum Erfolg. Mitte der 2000er Jahr kam Ralf Hohmann schließlich nach Saalfeld. Hier brachte er zusammen mit seinem Brauerteam u. a. mit „Saalfelder Hell“ und „Saalfelder Maibock“ zwei weitere Spitzenbiere auf den Markt. Hohmann verfeinerte mit seinen Brauereikollegen allerdings den Geschmack aller Sorten. Mehrere Dutzend Preise in der Europa- oder Deutschlandkategorie des „European Beer Star“ sind ein Beleg für die erfolgreiche Arbeit. Zuletzt errang im September 2022 das Ur-Saalfelder zum achten Mal den European Beer Star in Gold. „Dieses Bier ist damit im Segment Deutsches Märzen das Maß der Dinge. Mit dieser wiederholten Prämierung wird deutlich, dass sich konsequentes Qualitätsdenken und -handeln auszahlt und es wichtig ist, dass man sich tagtäglich mit Initiative und Enthusiasmus um seine Produkte kümmert. Dafür steht das Saalfelder Brauhaus und dafür stand im Besonderen Ralf Hohmann“, resümierte Bürgermeister Dr. Kania und erinnerte mit Blick auf das „Saalfelder Exclusiv“: „Allein die damit im Zusammenhang stehende Lebensfreude des Hopfenzupfer-Wettbewerbs, seine anschaulichen Werksführungen und das formvollendete Hinzufügen des frischgezupften grünen Hopfens zum Sud bleiben mir persönlich in besonders herzlicher Erinnerung“.
Doch Ralf Hohmann war nicht nur Brauer, Mälzer und Brautechniker. Mit seinen Kenntnissen in der Gastronomiebranche, bedingt durch den elterlichen Gasthof, stand er so manchem Saalfelder Gastronomen mit Rat und Tat zur Seite. Ähnliche Unterstützung fanden Sport- und Kulturvereine, städtische Veranstaltungen und nicht zuletzt die Feuerwehr. Am Donnerstag zollten u. a. Vertreter von ORC Thüringen, Historischer Vereinigung, Wirteverein und Motor-Veteranenfreunden diesem Engagement Respekt. Obendrein war Hohmann in und für seinen Berufsstand in der Landesgruppe Thüringen des Deutschen Braumeister und Malzmeister Bundes aktiv, zuletzt als 1. Vorsitzender.
Brauhaus-Geschäftsführer Jürgen Kachold setzte sich in seinen Ausführungen kritisch mit der Person Ralf Hohmann „als engagierten, kompetenten und zuverlässigen, aber auch fordernden“ leitenden Mitarbeiter des Brauhauses auseinander. Versöhnlich betonte jedoch auch er, dass Hohmann 17 Jahre lang das Erscheinungsbild des Bürgerlichen Brauhaus Saalfeld entscheidend mitgeprägt hat.
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