Baustelle Schlosstorplatz: Unter der Oberfläche wird Geschichte sichtbar
Die Arbeiten am künftigen Schlosstorplatz gehen voran und bringen dabei auch ein Stück Saalfelder Geschichte ans Licht. Bis rund 2,20 Metern Tiefe wurde ein Gewölbe aus dem 17. Jahrhundert freigelegt. Nach der archäologischen Untersuchung konnte der Bereich am 7. September 2026 für die folgenden Bauarbeiten freigegeben werden. Gleichzeitig werden Trinkwasser, Abwasser, Strom, Gas und Telekommunikationsleitungen erneuert und neu geordnet.
Wer derzeit von der Schloßstraße in Richtung Fleischgasse blickt, sieht vor allem eine Baustelle. Die Straße ist für den Fahrzeugverkehr vollständig gesperrt, Bagger und Baumaschinen bestimmen das Bild. Ein wesentlicher Teil der aktuellen Arbeiten wird jedoch nach Abschluss der Maßnahme nicht mehr sichtbar sein. Unter der künftigen Platzfläche entsteht eine neu geordnete und erneuerte Infrastruktur.
Der zweite Bauabschnitt der Umgestaltung „Auf dem Graben“ umfasst neben der Freiraumgestaltung ausdrücklich auch einen grundhaften Straßenbau. Bevor Pflasterflächen, Bepflanzungen, Sitzmöglichkeiten, Wasserspiel und Trinkbrunnen hergestellt werden können, muss deshalb zunächst der Untergrund entsprechend vorbereitet werden. Aktuell erfolgt die Verlegung der Medienversorgung. Hierbei übernehmen der ZWA die Trinkwasser- und Abwasserleitungen, die Saalfelder Energienetze GmbH, kurz SEN, Strom, Gas und Telekommunikation. Die Arbeiten werden durch das Planungsbüro WBU Saalfeld koordiniert.
Bei den Erdarbeiten legten die beteiligten Fachleute historische Bausubstanz bis zu einer Tiefe von 2,20 Meter frei. Hierbei handelt es sich um eine Brücke aus dem 17. Jahrhundert, die zur historischen Stadtmauer gehörte. Jedoch befindet sich das Gewölbe in einem deutlich beeinträchtigten Erhaltungszustand. Durchbrüche, die im Laufe der vergangenen Jahrhunderte im Zuge verschiedener Leitungsverlegungen entstanden sind, haben die historische Bausubstanz geschadet.
Nach der archäologischen Untersuchung und Bewertung durch das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie wurde am 7. September 2026 für den betreffenden Bereich die Freigabe zum Teilabbruch erteilt, sodass die Bauarbeiten und die Medienversorgung fortgesetzt werden können.
Bereits im ersten Bauabschnitt der Umgestaltung „Auf dem Graben“ wurden zunächst Leitungen durch den ZWA und die Saalfelder Energienetze erneuert, bevor die neue Freifläche mit 35 Parkplätzen hergestellt werden konnte.
Im zweiten Bauabschnitt entsteht nun beidseits der Fleischgasse der eigentliche Schlosstorplatz. Vorgesehen sind unter anderem die Fortsetzung der symbolischen Nachbildung des historischen Stadtmauerverlaufs aus Sandstein, die Errichtung von Hochbeeten sowie eines begrünten Aufenthaltsbereichs. Bänke, ein Wasserspiel und ein Trinkbrunnen sollen den Bereich künftig stärker als öffentlichen Raum und als Teil der Innenstadt erlebbar machen und das Tor zur Stadt, kommend vom Schloss, öffnen.
Alle Pflanzflächen im ersten Bauabschnitt um den neuen Parkplatz herum werden erst im Zuge der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts in 2027 begrünt. Geplant sind Einzelbäume und Baumreihen, Strauchbänder sowie um die Platzfläche herum ein farbenfroher Saum aus Stauden und Gräsern. Auch die Lücken zwischen den Mauersegmenten erhalten ein zum Steinband passendes Pflanzensortiment.
Für den zweiten Bauabschnitt sind seitens der Stadt rund 615.000 Euro zuzüglich Planungs- und Baunebenkosten vorgesehen. Während der Bauarbeiten kommt es weiterhin zu Einschränkungen für Anwohner, Gewerbetreibende und Besucher. Die Fleischgasse sowie die angrenzenden Bereiche bleiben entsprechend dem jeweiligen Baufortschritt unterschiedlich erreichbar. Nach der aktuellen städtischen Verkehrsinformation ist die Vollsperrung von Fleischgasse, Hinter dem Graben und Schulplatz bis zum 31. Dezember 2026 vorgesehen; die Zufahrt zur Fleischgasse wird abhängig vom jeweiligen Bauabschnitt geregelt.
Der zweite Bauabschnitt der Neugestaltung „Auf dem Graben“ wird – wie bereits der erste Bauabschnitt – mit Städtebaufördermitteln des Bundes und des Freistaates Thüringen unterstützt. Fördergeber sind das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.
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