12.09.2019

Medien im Fokus der Saalfelder Dialogtage


Medienschaffende aus ganz Thüringen diskutierten im Meininger Hof über die Veränderungen in der Kommunikation

Saalfeld. Dass sich die Medienwelt in den vergangenen Jahren erheblich verändert hat, dürfte mittlerweile jedem Zeitungs-, Radio oder Internetkonsumenten klar geworden sein. Seh- und Lesegewohnheiten haben sich gewandelt, neue Medien haben ihren Platz eingenommen in der modernen Informationsgesellschaft. Jeder kann, wenn er will heute an der Meinungsbildung teilhaben, sich einmischen, mitdiskutieren.

Eine Entwicklung, die vor allem die klassischen Medien, wie Zeitung, Radio und Fernsehen zu spüren bekommen. Grund genug diese Entwicklung ins Zentrum der Saalfelder Dialogtage des Bürgermeisters Dr. Steffen Kania zu stellen. Im Meininger Hof diskutierten am Mittwochabend hochkarätige Gäste über den Wandel der Medienwelt. Zu Beginn stellte Dr. Kania zunächst die entscheidenden Veränderungen der vergangenen Jahre in den Raum, etwa mit dem Start von Facebook im Jahr 2004 und der Vorstellung des I-Phones 2007. Zwei Medien, die den Medienkonsum in den vergangenen Jahren extrem geprägt haben. „Trotzdem ist Deutschland immer noch ein Zeitungsland. Es gibt deutschlandweit 323 Tageszeitungen, auch wenn sich dies rapide verändert. Aus diesem Grund haben Medienexperten eingeladen, um über die Entwicklung ins Gespräch zu kommen“, erklärte Dr. Kania.

Zunächst erläuterte Jörg Riebartsch, Chefredakteur der Ostthüringer Zeitung (OTZ), wie sich der Wandel auf der Ebene der größten Regionalzeitung Ostthüringens darstelle. Für ihn sei das Internet ein Werkzeug mit Licht und Schatten: „Damit haben wir die Möglichkeit mehr Menschen zu erreichen, was wir auch tun. Die Reichweite hat durch das Internet stark zugenommen.“ Allein wirtschaftlich könne die Zeitung davon nicht profitieren. Auch die Art der Kommunikation habe sich verändert. So seien Zeitungsredakteure in einen permanenten Kommunikationsprozess eingetreten. Durch das Internet könne sieben Tage die Woche rund um die Uhr diskutiert werden. Das stelle die Redaktionsarbeit vor neue Herausforderungen.

Eine Sicht, die auch Matthias Gehler, Chefredakteur des MDR Thüringen bestätigte. So habe sich der Öffentlich-rechtliche Rundfunk im Freistaat mit seinen Strukturen an die neuen Bedingungen angepasst. „Wir schauen ganz genau, wie wir Radio, Fernsehen und Internet verbinden und welcher Kanal für welche Information der richtige ist“, sagte Gehler.

Einen anderen Blickwinkel brachte Nicole Weiß von der Seed & Breed Marketing-Crew aus Leipzig ins Gespräch. Die Social-Media-Expertin verwies darauf, wie schwer es Marken und Produkte heutzutage haben, sich von der Masse abzuheben: „Durch die Info-Überflutung müssen Netzwerke und Firmen schauen, wie sie die für sich relevanten Informationen herausziehen.“ Das verlange von allen Medienbeteiligten ein Umdenken im Umgang mit den Möglichkeiten des Internets.

In der anschließenden Diskussionsrunde kamen zudem die lokalen Player noch einmal zu Wort. So erklärte etwa Thomas Spanier, Lokalchef der OTZ Saalfeld-Rudolstadt, dass sich das Verhältnis von Redakteuren und Pressesprechern im Laufe der Zeit umgekehrt habe. Waren in der Vergangenheit die Journalisten in der Überzahl, seien es heute die Pressesprecher. Kritik aus dem Publikum, in der OTZ würden Saalfelder Themen heute einen viel geringeren Umfang einnehmen, wies Spanier zurück: „Das lässt sich objektiv nicht bestätigen.“