10.09.2019

Impulse für die Industrie der Zukunft setzen


Bei der Auftaktveranstaltung zur Woche der Industrie ging es um Chancen und Perspektiven für die Saalewirtschaft. Als Stargast berichtete Trigema-Inhaber Wolfgang Grupp über die Verantwortung des Unternehmertums.

Saalfeld. Vor welchen Herausforderungen die Industrie im 21. Jahrhundert steht, ist längst kein Geheimnis mehr. Digitalisierung, Internationalisierung, Sicherung von Fachkräften sind Themen, die Unternehmen im gesamten Bundesgebiet beschäftigt. Davon nimmt sich auch der ländliche Raum nicht aus. Welche Chancen und Risiken daraus für die Region Saalfeld-Rudolstadt entstehen war am vergangenen Montag Thema zur Auftaktveranstaltung der „Woche der Industrie“ im Meininger Hof. Unter dem Motto „SaaleWirtschaft meets Wolfgang Grupp“ waren Unternehmer und Interessierte eingeladen, um über die Zukunft der Industrie im Städtedreieck zu diskutieren.

Für die Region brachte Saalfelds Bürgermeister Dr. Steffen Kania die Notwendigkeiten der Politik auf den Punkt: „Wir müssen in Erfurt dafür werben, dass nicht nur allein die Thüringer Städtekette mit Erfurt, Jena und Gera entwickelt wird.“ Vielmehr benötige die Region abseits der großen Ballungszentren im Freistaat die Aufmerksamkeit der Landespolitik. Vor diesem Hintergrund zeigte sich Dr. Kania erfreut über die geplante Gründung des Vereins „SaaleWirtschaft e.V.“, mit dem Unternehmer aus dem Landkreis für mehr Gehör in Erfurt sorgen wollen.

Ein Anliegen, das laut der Worte von Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, durchaus Gehör findet. Für ihn sei es selbstverständlich, dass auch die Entwicklung des ländlichen Raumes nicht außen vor bleibe könne: „Wir haben den Auftrag für gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Thüringen zu sorgen.“ In diesem Zusammenhang stellte Tiefensee die positive Entwicklung des Landkreises heraus, auch wenn er dabei nicht versäumte auf die zukünftigen Herausforderungen der Wirtschaft zu verweisen. Besonders vor dem Hintergrund der internationalen Entwicklungen, die im Bereich der Wirtschaft zu Unsicherheiten beitragen würden.

Darauf verwies auch Matthias Fritsche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderagentur des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt. Es sei wichtig, mit den Unternehmen ins Gespräch zu kommen, um die drängenden Fragen der nächsten Jahre zu beantworten. Etwa die nach der Fachkräftesicherung oder nach Energie- und Ressourceneffizienz.

Dass einige Unternehmen bereits auf einem guten Weg sind, zeigte sich bei der Firma Drehtechnik Jakusch. Das Unternehmen wurde mit dem Preis des „Digitalen Zukunftsunternehmens 2019“ ausgezeichnet.

Auf die entscheidenden Rahmenbedingungen verwies dabei Sabine Wosche, Geschäftsführerin der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft. Sie erinnerte an die Bedeutung des Ausbaus der örtlichen und digitalen Infrastruktur. Auch eine integrierte Standortentwicklung müsse forciert werden: „Es ist wichtig, dass die Menschen dort arbeiten können, wo sie wohnen.“

Eine moralische Komponente brachte zudem Stargast Wolfgang Grupp, Inhaber des Textilunternehmens Trigema, ins Spiel. Er nahm die Unternehmer selbst in die Pflicht. Wichtig sei in der modernen Wirtschaftswelt mehr Verantwortung für das wirtschaftliche Handeln zu übernehmen: „Wir müssen zurück zum Prinzip des ehrlichen Kaufmanns.“ Es könne schließlich nicht sein, dass am Ende des Tages allein der Profit im Vordergrund stehe.