09.08.2019

Neue Ausstellung im Bürger- und Behördenhaus


Die Schau „Frauenpolitischer Aufbruch – Der Kampf um das Frauenwahlrecht“ zeigt, wie sich Frauen im politischen Diskurs Gehör verschafften 

 

Saalfeld. Das Jahr 2018 markierte einen wichtigen Meilenstein in der politischen Entwicklung Deutschland. Vor 100 Jahren erhielten Frauen in Deutschland erstmals das Wahlrecht. Um das Jubiläum auch ein Jahr später im Bewusstsein der Menschen zu halten hat die Thüringer Landeszentrale für politische Bildung eine Ausstellung unter dem Titel „Frauenpolitischer Aufbruch – Der Kampf um das Frauenwahlrecht“ realisiert.

Die Wanderausstellung thematisiert den Weg zur Umsetzung des Frauenwahlrechtes im Jahr 1918. Ab dem 6. September wird die Ausstellung im Bürger- und Behördenhaus der Stadt Saalfeld zu sehen. Die Eröffnung der Ausstellung ist für 16 Uhr geplant. Neben einem kurzen Grußwort von Bürgermeister Dr. Steffen Kania und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Isrid Müller, wird Ursula Nirsberger von der Landeszentrale Ausführungen zu der Ausstellung machen und damit den Raum für Diskussionen öffnen.

So geht die Ausstellung der Frage nach, mit welchen Strategien die Frauenrechtlerinnen auftraten und wie sie sich vernetzen. Nur zögerlich überwandten bürgerliche Frauen ihren Standesdünkel und nahmen an Demonstrationen teil, die als proletarische Aktionsform galten. Lag die Einführung des Frauenwahlrechts 1918 „nur“ an dem Umstand, dass die Revolutionsregierung zur Stabilisierung ihrer Macht die Unterstützung der Frauen brauchte, oder hatten die Frauen ihren politischen Einfluss geltend gemacht? Dargestellt werden Sozialistinnen, konservative bürgerliche Frauen und die sogenannten Radikalen, die erst im Laufe des Ersten Weltkriegs miteinander kooperierten. Welche Chancen hatten Frauen gewählt zu werden, nachdem sie das aktive und passive Wahlrecht erhalten hatten? Die Ausstellung portraitiert unter anderem die Frauenrechtlerinnen Luise Otto Peters, Clara Zetkin oder Ottilie Baader.