03.05.2019

Es summt und brummt in der Marco-Polo-Schule


Im Rahmen eines Bienenaktionstages unterzeichneten die Schule, der Saalfelder Imkerverein und die Feengrotten einen Kooperationsvertrag. Im Stadtgebiet hat sich in den vergangenen Jahren viel zum Schutz der Bienen getan.

Saalfeld. Das Bienensterben ist ein Problem, das alle Menschen angeht. Bereits Albert Einstein soll das baldige Ende der Menschheit prophezeit haben, wenn die Bienen erst einmal verschwunden sind. Ein vielzitierter Satz, der leider in der Realität für wenig Veränderungen sorgt.

In Saalfeld gehen jedoch seit einigen Jahren die Schülerinnen und Schüler der Grundschule „Marco Polo“ einen anderen Weg. Seit 2016 darf sich die Bildungsstätte, als einzige in ganz Thüringen, als „Bienenfreundliche Schule“ bezeichnen. Ins Leben gerufen wurde das Projekt bienenfreundliche Schule bereits im Jahr 2013, wie Schulleiterin Jeannette Müller-Pfenzig erklärt: „Verantwortlich dafür waren unsere damalige Schulgartenlehrerin Birgit Lemm und Siegfried Karl vom Imkerverein Saalfeld.“

In Zusammenarbeit mit dem Imkerverein 1903 Saalfeld und der Schule sei auf diese Weise ein erstes Konzept für den Unterricht entstanden, mit sichtbaren Erfolgen. So verfügt die Schule über eine Streuobstwiese, die blühenden Bäume und Sträucher auf dem Gelände der Polo-Schule ziehen die Bienen an.

So ist es kaum verwunderlich, dass die Polo-Schule auch 2018 den Titel „Bienenfreundliche Schule“ erneut erhalten hat und damit nun im Freistaat über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt, wie Müller-Pfenzig betont. Ein Grund sich auf den Erfolgen auszuruhen, sei das allerdings noch lange nicht, ergänzt die Schulleiterin: „Als jüngsten Beitrag haben wir zwei bienenfreundliche Kornelkirschen gepflanzt, die uns die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zur Verfügung gestellt hat.“

Auch was die inhaltliche Arbeit im Unterricht angeht, gibt es neue Entwicklungen. So unterzeichnete die Schulleiterin am Freitag im Rahmen des „Tages der Bienenfreunde“ einen Kooperationsvertrag zwischen der Schule, den Saalfelder Feengrotten und dem Saalfelder Imkerverein. Auf Grundlage der Kooperation erhalten alle Schüler einmal im Jahr einen Bienenaktionstag auf dem Gelände der Feengrotten. Eine Tatsache, die auch Ralf Kunz, Vorsitzender des Imkervereins, sichtlich Freude bereitete: „Wir sind einfach froh über die Unterstützung, die wir vor Ort und im gesamten Landkreis erhalten.“

Aber nicht nur in der Polo-Schule wird mit gutem Beispiel vorangegangen. Seit 2018 trägt auch die Stadt Saalfeld den Titel „Bienenfreunde Thüringen“ des Thüringer Landwirtschaftsministeriums. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel für eine bienenfreundliche Stadt realisiert“, fasste Saalfelds Bürgermeister Dr. Steffen Kania zusammen. So seien etwa 1000 Quadratmeter Blühfläche im gesamten Stadtgebiet entstanden. Seit zehn Jahren erfolge die Auswahl von Neupflanzungen nach Bienenverträglichkeit. Die Agargenossenschaften Kamsdorf und Kleingeschwenda hätten Blühstreifen entlang der Felder eingerichtet. „Und nicht zuletzt verzichten wir bei der Pflege städtischer Grünflächen auf Glyphosat“, betonte Dr. Kania.

Nur durch die Zusammenarbeit vieler gesellschaftlicher Partner könne ein Wandel hin zu mehr Bienenfreundlichkeit entstehen. Ein Prozess bei dem Schule und Stadt vorangehen wollen.