08.03.2019

Heike Naujoks aus Saalfeld gehört zum Deutschen Team für Abu Dhabi


Saalfeld/Abu Dhabi. Vom 14. – 21. März 2019 finden in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Special Olympics World Games statt, an denen 7.000 Athletinnen, Athleten und Unified Partner aus 170 Ländern teilnehmen. Die Weltspiele für Menschen mit geistiger Behinderung gelten als die weltweit größte inklusive Sportveranstaltung.

Eine von ihnen ist Heike Naujoks von den Saalfelder Werkstätten der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH, die in Abu Dhabi Wettbewerbe im Radsport bestreiten wird. Heike Naujoks ist seit 2006 bei Special Olympics aktiv. Ihre ersten Wettkämpfe bestritt sie im Tischtennis, bevor sie 2010 im Winter die Langlaufskier anschnallte. Hier stellten sich schnell Erfolge ein, so dass der Skilanglauf ihre erste sportliche Leidenschaft wurde. Regenmäßig nimmt sie seit dem an den Special Olympics Nationalen Winterspielen teil und konnte in Inzell, Garmisch-Partenkirchen und Willingen schon viele Medaillen erringen. Aufgrund ihrer guten Leistungen durfte Heike Naujoks Deutschland schon zwei Mal im Skilanglauf bei den Special Olympics Weltspielen vertreten. In Pyeongchang/ Südkorea 2013 und Schladming/ Österreich 2017 gehörte sie in der klassischen Technik auf den Strecken von 5 km bis 10 km zu den besten Skilangläuferinnen der Welt. Auf der Suche nach einer Sportart und Trainingsmöglichkeit für den Sommer probierte sie sich zuerst in der Leichtathletik und wurde bei ihren ersten Special Olympics Nationalen Sommerspielen in München 2012 gleich Vizemeisterin im Kugelstoßen. Dann aber hat sie das Radfahren für sich entdeckt. Schon bei den nächsten Nationalen Sommerspielen 2014 in Düsseldorf ging sie im Radrennen an den Start. Damals noch mit dem Mountainbike. Das hatte sie aber schnell ausgefahren und merkte dann, dass sie noch schneller sein könnte. So schulte sie auf das Rennrad um und konnte ab jetzt ihre größten sportlichen Erfolge feiern. Von den Europäischen Sommerspielen 2014 in Antwerpen/Belgien kehrte sie mit zwei goldenen und einer Silbermedaille zurück. Bei den Nationalen Sommerspielen 2016 in Hannover und 2018 in Kiel gewann sie alle ihre Rennen und brachte jeweils drei Goldmedaillen mit nach Hause. Mit der Teilnahme in Abu Dhabi erfüllt sich jetzt ihr größter sportlicher Wunsch: Einmal bei Special Olympics Weltspielen im Sommer dabei zu sein.  

Insgesamt werden für Special Olympics Deutschland (SOD) bei den Weltspielen in Abu Dhabi 163 Athletinnen, Athleten und Unified Partner an den Start gehen.
Die Mitglieder der 229 Personen umfassenden Deutschen Delegation werden vor Ort auch als Repräsentanten des Gastgeberlandes der nächsten Weltspiele – 2023 in Berlin gesehen werden.

„Ich bin stolz ein Teil dieses Teams zu sein und Special Olympics Deutschland im Radsport vertreten zu können.“ sagt Heike Naujoks. „Ich freue mich riesig auf das große Ereignis und bin gespannt auf die internationale Konkurrenz. Vielleicht schaffe ich es mein Ziel zu erreichen und eine Medaille zu gewinnen. Darauf habe ich die letzten fünf Jahre hingearbeitet.“ Dabei musste Heike Naujoks erst dazu überredet werden in den Wettkampfsport einzusteigen. Der ehemalige Sportlehrer ihrer Einrichtung, Diplomsportlehrer Franz Bauer, motivierte sie immer wieder zum Training zu kommen und ihre Ängste und Zweifel zu überwinden. „Es hat mich zuerst viel Überwindung gekostet, bei Wettkämpfen an den Start zu gehen. Aber jetzt hat der Sport mein Leben verändert. Ich bin viel lockerer und selbstbewusster geworden. Und es macht wahnsinnig viel Spaß“, so Heike Naujoks.
Derzeit bereitet sich Heike Naujoks intensiv auf die sportlichen Wettbewerbe vor. Zusammen mit Diplomsportlehrer Franz Bauer, mit dem sie jetzt seit 5 Jahren regelmäßig trainiert, trifft sie sich einmal in der Woche.  Außerdem erstellt er ihr Trainingspläne, die sie kontinuierlich und mit viel Ehrgeiz abarbeitet. So kommt Heike Naujoks auf bis zu 6 Trainingstage in der Woche. „Seit November letzten Jahres bin ich schon 700 km auf dem Rollentrainer gefahren, so Heike Naujoks. „Dazu kommt noch das Krafttraining und das Fahren auf der Straße. Ich glaube daran, dass ich gut vorbereitet bin.“

Die 7.000 Aktiven der Weltspiele werden von 2.500 Trainern betreut. Wettbewerbe werden in insgesamt 24 Sportarten ausgetragen. 20.000 freiwillige Helfer sollen die Organisation der Spiele unterstützen. Ein Schwerpunkt dieser Weltspiele wird Special Olympics Unified Sports sein, bei dem Athleten und Athletinnen mit und ohne Behinderung ein Team bilden. So sind die Wettbewerbe in einigen Sportarten ausschließlich für Unified-Teams ausgeschrieben.

Die Deutsche Delegation fliegt bereits am 8. März nach Abu Dhabi, denn vor den sportlichen Wettbewerben wird vom 8. Bis 11. März das Host Town Programm als fester Bestandteil von Weltspielen stattfinden. Es dient der Akklimatisierung, dem vorbereitenden Training und dem Kennenlernen der Kultur der Ausrichterregion.

Die Deutsche Delegation absolviert das Host Town Programm in Dubai.

Bewährte Special Olympics Bestandteile wie das Gesundheitsprogramm Healthy Athletes und das Familienprogramm gehören ebenfalls zur sportlichen Großveranstaltung.

 

Das Team Special Olympics Deutschland

 

Alle Mitglieder der Deutschen Delegation hatten beim Einkleidungsseminar am 19. Januar in Fulda schon die Gelegenheit, sich kennenzulernen.

„Dieses erste Treffen der gesamten Delegation war schon geprägt vom sprichwörtlichen Special Olympics Spirit und einem großen Zusammenhalt im Team. Rund sieben Wochen vor der Reise nach Abu Dhabi waren Vorfreude und Spannung förmlich zu greifen“, sagte SOD-Präsidentin Christiane Krajewski. „Wir bringen bei den Weltspielen 2019 leistungsstarke und gut vorbereitete Athletinnen, Athleten und Unified Partner an den Start: Alle Aktiven haben ihre sportlichen Vorbereitungsseminare abgeschlossen und sich heute mit den Details der Reise vertraut gemacht. Dass wir uns mit der Deutschen Delegation in Abu Dhabi als die Gastgeber der Weltspiele 2023 in Berlin präsentieren können, ist eine große zusätzliche Motivation!“

„Ich finde es richtig gut, dass es für uns dieses Mal eine offizielle Einkleidung für die Weltspiele gegeben hat, sagt Heike Naujoks. „Genauso wie für die Leistungssportler,
die zu den Olympischen Spielen fahren.“ 

Die Athletinnen, Athleten und Unified Partner vom „Team SOD“ kommen aus Einrichtungen und Vereinen in 14 Bundesländern, ihnen werden 52 Trainer zur Seite stehen. SOD stellt in neun Sportarten Unified Teams, insgesamt werden 31 Sportlerinnen und Sportler ohne Behinderung als Partner dabei sein.

Die deutschen Sportlerinnen  und Sportler starten in den Sportarten, Badmington, Unified Basketball, Boccia, Bowling, Fußball, Golf, Handball, Judo, Kanu, Kraftdreikampf, Leichtathletik, Radfahren, Reiten, Roller Skating, Schwimmen und Freiwasserschwimmen, Tennis, Tischtennis und Volleyball. Mit 24 Athletinnen, Athleten und Unified Partnern stellt Handball den größten Mannschaftsteil, jeweils nur zwei Aktive nehmen an den Badmington und Boccia-Wettbewerben teil. Die Altersspanne der Teilnehmer reicht von
15 bis 64 Jahre.

Im Rahmen des Seminars in Fulda wurden die drei „Gesichter des Teams Special Olympics Deutschland“ von den Delegationsmitgliedern gewählt. Athletin Annika Schwab (Schwimmen), Athlet Ralf Andrasch (Fußball) und Unified Partnerin Caroline Flegel (Kanu) werden in Abu Dhabi die Delegation repräsentieren.

Die Deutsche Delegation steht unter der Leitung von Wiebke Linnemann und Tom Hauthal von der Bundesgeschäftsstelle von SOD. Die Delegation wird vor Ort von einer Vielzahl von Ehrengästen besucht, die von Mitgliedern des Präsidiums unter Leitung von Präsidentin Christiane Krajewski begleitet werden.