08.02.2019

Convertflex stellt sich den Fragen der Bürger


Der Ingolstädter Folienhersteller präsentierte im Vortragsraum des Saalfelder Stadtmuseums die Pläne für den Neubau im Industriegebiet „Am Bahnbogen“

Saalfeld. Wie in vergangenen November während der Dialogwoche von Saalfelds Bürgermeister Dr. Steffen Kania versprochen, stellten sich die Vertreter der Firma Convertflex am vergangenen Donnerstag den Fragen der Saalfelder Bürger. Im Mittelpunkt stand dabei die Ansiedlung eines neuen Folienwerkes des Unternehmens im Industriegebiet „Am Bahnbogen“. Zu Beginn betonte Investor Dr. Franz Schleicher die Bedeutung der Ansiedlung seines Unternehmens für die Stadt Saalfeld als historischem Industriestandort: „Wir werden mit 35 Mitarbeitern starten. Das bedeutet eine Investition von 750.000 bis 800.000 Euro pro Mitarbeiter.“

Darüber hinaus versuchte der Investor die Bedenken der Anwohner zu zerstreuen, etwa was mögliche Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung der Kunststoffe oder verstärkte Verkehrsbelastung angehe. So betonte das Unternehmen, dass in Saalfeld hauptsächlich Folien für Lebensmittelverpackungen produziert werden sollen. Allein aus diesem Grund sei die Kunststoffverarbeitung unbedenklich, wie Dr. Schleicher ergänzte. Sämtliche Produkte seien für die Lebensmittelverpackung zertifiziert, zugelassen und damit unbedenklich. Auch was die Verkehrsbelastung angehe, könne das Unternehmen Entwarnung geben. Geplant seien lediglich zwei LKW-Transporte pro Tag, wie Schleicher sagte: „Das sind 80 Tonnen Material. Das reicht für die gesamte Produktion.“

Des Weiteren bat Convertflex-Prokurist Christian Hiemer, die Ansiedlung des Unternehmens als Chance für die Stadt zu verstehen: „Rund die Hälfte der Bewerber, die wir für den neuen Standort haben, stammen aus Saalfeld.“ Somit biete die Ansiedlung die Möglichkeit wieder mehr Menschen nach Saalfeld zu holen.

Kritik von einigen Anwesenden, dass die Ansiedlung eines Folienherstellers ein falsches Signal in die Zukunft setze, stellte Matthias Fritsche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderagentur Region Saalfeld-Rudolstadt, die Verantwortung des Einzelnen entgegen. Wer Plasteabfälle vermeiden möchte, könne dies tun: „Es ist jedem Bürger unbenommen, sich bewusst gegen Verpackungsfolien zu entscheiden und auf diese Weise Abfälle zu vermeiden.“ Es sei aber nicht die Aufgabe des Unternehmens in die Regeln der Marktwirtschaft einzugreifen. So lange Verpackungsfolien auf dem Markt nachgefragt würden, sei es das Recht der Convertflex, die Nachfrage zu bedienen.

Eine Sichtweise, die durchaus Unterstützer bei den Zuhörern fand. So betonten mehrere Bürger, dass sich Saalfeld glücklich schätzen könne, wenn es noch Unternehmen gebe, die in der Region investieren möchten. Eine Chance, die nicht ungenutzt bleiben sollte.