22.06.2018

Mit Herz und Verstand


Saalfelder Ehrenamtspreis würdigt erstmals Engagement

„Ehrenamtliche beweisen uns immer wieder: Nicht der Ellenbogen ist unser wichtigster Körperteil, sondern das Herz und der Verstand“, bekräftigte Bürgermeister Matthias Graul gleich in seiner Begrüßung zur Verleihung des Saalfelder Ehrenamtspreises am 5. Mai in der Villa Bergfried. Graul bedeutete, dass eines der Ziele seiner Amtszeiten war, die „Bürgerinnen und Bürger aktiv und stärker am Gemeinwesen zu beteiligen, sodass sich möglichst viele mit ihren Ideen, ihrer Kreativität und ihrem Können in unser Gemeinwesen einbringen können.“ Viele Bereiche der Stadtgesellschaft wären ohne deren Mitwirken gar nicht denkbar. Dies gelte insbesondere für das kulturelle und soziale Gesicht Saalfelds. „Kurz gesagt ist das Ehrenamt unerlässlich für individuelle Teilhabe, gesellschaftliche Integration, Wohlstand, das kulturelle Leben, stabile demokratische Strukturen und soziale Bindungen“, bilanzierte das Stadtoberhaupt.

Um diese hohe Bedeutung des Ehrenamtes alljährlich besonders zu würdigen, beschloss der Saalfelder Stadtrat im Mai 2014 die Verleihung der Ehrenamtsurkunde. Darauf aufbauend verlieh Saalfelds Bürgermeister gemeinsam mit Dr. Steffen Kania, Stadtratsvorsitzender, und Helmut Kulawik, Vorsitzender des Kultur-, Sozial-, Schul- und Sportausschusses, nun erstmals den „Saalfelder Ehrenamtspreis“ in acht Kategorien an insgesamt zwölf ehrenamtlich Engagierte.

Matthias Graul hob neben dem eigentlichen ehrenamtlichen Engagement und dessen Anerkennung durch Politik und Gesellschaft eine weitere, wichtige und dritte Säule im Ehrenamt hervor: „Die heimischen Unternehmen unterstützen mit großer Leidenschaft insbesondere finanziell die Ideen der Ehrenamtlichen. Mit der Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt und den Stadtwerken Saalfeld sind heute zwei Unternehmen anwesend, die unerlässlich im Kreislauf des ehrenamtlichen Engagements sind.“

Die Ehrenamtspreisträger 2018 sind:

  • Kategorie Kinder- und Jugendarbeit: Kerstin und Matthias Lander
  • Kategorie Seniorenarbeit: Christa Pidun
  • Kategorie Behindertenbetreuung: Josef Krüger
  • Kategorie Selbsthilfegruppe: Martina Krause
  • Kategorie Nachbarschaftshilfe: Jens Oehring und Ralph Oehring
  • Kategorie Kunst und Kultur: Helmut Kulawik
  • Kategorie Umwelt- und Naturschutz: Rainer Hämmerling
  • Kategorie Sport: Rolf Schniz, Bernd Lippmann und Ingrid Frühauf

Hintergrund: Woher kommt das Ehrenamt? Das Ehrenamt war einst – vonseiten des Staates – ein Zugeständnis an die Bürger. Man fürchtete, dass die Französische Revolution auch nach Preußen überschwappen könnte. Um dem vorzubeugen, gab die preußische Regierung 1808 einige kommunale Gestaltungskompetenzen an das Volk ab. Etwa zeitgleich entstanden die ersten Vereinsstrukturen, in denen sich die Menschen nun im Privaten engagieren konnten. Auch heute noch sind die Vereine die wichtigsten Organisationsformen, in denen Ehrenamtliche zusammenkommen.

Foto: Christopher Mielke