18.01.2018

Fahrrad vor Auto?


Radverkehr rückt ein Stück weit mehr in den Fokus der Feengrottenstadt

Ende August 2017 fand in der Feengrottenstadt durch interessierte Radfahrer aus Bürgerschaft, Verwaltung und Politik eine Befahrung der Innenstadt mit anschließender Diskussionsrunde im Bürger- und Behördenhaus statt. Eingeladenen hatten hierzu Bündnis 90/Die Grünen. Im Nachgang gingen von interessierten Bürgern weitere Stellungnahmen zum Thema Radverkehr ein, die durch die Stadtverwaltung geprüft wurden. „Die Ergebnisse wurden nun am 11. Januar im Rathaus vorgestellt. Ordnungsamt, Tiefbauamt und Stadtplanungsamt zeigten die nach Orten gebündelten Vorschläge sowie dazugehörigen Prüfergebnisse der Verwaltung auf“, erläutert Stadtplaner Patrice Leiteritz.

Schlussfolgernd sind die bisherigen Möglichkeiten für eine Verbesserung der Radfahrersituation in Saalfeld weitestgehend ausgereizt. „Einige Vorschläge sind schlicht aufgrund gesetzlicher Mindestanforderungen wie zum Beispiel Wegebreiten nicht umsetzbar. Manche Maßnahmen würden Konflikte mit anderen Nutzungsansprüchen heraufbeschwören. Ein Nebeneinander zahlreicher – teils konträrer – Interessen von Fußgängern, Kraftfahrern, Einzelhändlern und Radfahrern liegt insbesondere in der Oberen Straße vor. Schaut man sich die gewünschte Öffnung der Saalstraße für den gegenläufigen Radverkehr an, so müssten Parkplätze wegfallen, damit diese rechtskonform realisiert werden könnte“, verdeutlicht Leiteritz. Solche weitgehenden Maßnahmen würden politischen Willen nach dem Motto: „Fahrrad vor Auto“ und natürlich genügend finanzielle Mittel erfordern.

Wie geht es jetzt weiter? Für das Radverkehrskonzept werden in diesem Jahr seitens der Stadt Bund- und Landesfördermittel beantragt. Sollte ein Zuschlag erfolgen, wird die Erstellung des neuen Saalfelder Radverkehrskonzeptes (SRVK) für 2019 forciert.

„Einen direkten Effekt hatten die Diskussionen bereits jetzt schon. Zukünftig soll bei allen geplanten Straßenbaumaßnahmen die Öffentlichkeit im Vorfeld explizit zum Thema Radverkehr beteiligt werden. In nächster Zeit betrifft das u.a. die Knochstraße und die Rudolstädter Straße. Hierzu wird die Verwaltung rechtzeitig öffentlich einladen“, begrüßt Saalfelds Vizebürgermeisterin Bettina Fiedler das bürgerschaftliche Engagement. Zudem spielt der Radverkehr auch bei der Fortschreibung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie in der Tourismuskonzeption eine maßgebliche Rolle.

Eine weitere Maßnahme zur Förderung des Radverkehr in der Innenstadt sind die Beschaffung und das Aufstellen von zwei Radboxen am Gebäude der Johannisgasse 5 im ersten Halbjahr 2018 – zunächst als Testphase, um die Nachfrage zu ermitteln.