18.03.2016

Konflikte in den Blick


Konferenz Zukunftsstadt in Berlin: 1. Teil „Zukunftsstadt“ auf der Zielgerade

Berlin/Saalfeld. Ende Februar fand die Konferenz „Wege in die Zukunftsstadt“ der Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit statt. Eingeladen waren die seit Spätsommer 2015 sich im Wettbewerb um den Titel „Zukunftsstadt“ befindenden 51 deutschen Städte und Regionen. Mit vor Ort auch das Saalfelder Zukunftsstadt-Team. Grund: Am 31. Mai endet die 1. Wettbewerbsphase und danach entscheidet eine Jury, wer weiterkommt.

Im Fokus standen neben der Vorstellung der eigenen Wettbewerbsbeiträge Austausch und Diskussion der Wettbewerbskommunen in puncto praktische Erfahrungen beim Entwickeln und Umsetzen von eigenen Ideen und Maßnahmen.

Hanka Giller, Amtsleiterin für Jugend, Sport, Soziales in Saalfeld, berichtete in der Arbeitsgruppe „Zusammenhalt und Entfaltung: Integration und Gemeinschaft in einer veränderten Welt“ über die erfolgreiche Bürgerbeteiligung. Bürger und Träger aus den Stadtteilen Gorndorf und Beulwitz/Alte Kaserne sowie der Gemeinde Schwarzburg wirkten von Beginn an engagiert mit. Freilich ist das gewählte Thema aktueller denn je. Der Saalfelder Wettbewerbsbeitrag „Lust auf Zukunft?!“, nimmt das Thema Willkommenskultur in Zeiten demografischer und gesellschaftlicher Konflikte in den Blick. Zentrale Fragen dabei: Wie empfinden es die Menschen, wenn sich die Welt um sie herum so schnell verändert? Was brauchen Menschen, um sich willkommen und eingebunden zu fühlen? Wie stellen sie sich die Zukunft der Region vor? Was wollen sie selbst mit einbringen und mitgestalten? Gibt es in unseren Kommunen genug Raum und Freiheit sich zu beteiligen?

„Die Menschen sollen in allen Stadtentwicklungsprozessen als wichtigstes Zukunftspotential wahrgenommen und ernstgenommen werden“, bilanzierte Giller. Deutlich war in der folgenden Diskussion, dass Bürgerbeteiligung zwar mittlerweile einen zentralen Stellenwert einnimmt, es in der praktischen Umsetzung allerdings enormen Nachholebedarf gibt. Auch in den anderen Arbeitsgruppen mit u. a. technischen/infrastrukturellen Themen wie energetisches Bauen, Digitalisierung oder nachhaltige Mobilität dominierte diese Frage.

Bestandteil des Austauschs war ebenso der Wettbewerb selbst. Große Einigkeit gab es dahingehend, dass „eine nachhaltige, zukunftsweisende Stadtentwicklung nur funktionieren kann, wenn neben einer professionellen Prozessbegleitung auch entsprechende, langfristig angelegte Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.“

„Es war interessant zu sehen, wie die anderen Wettbewerbsteilnehmer mit den Herausforderungen der Stadt- und Regionalentwicklung umgehen, welche Ansätze sie entwickelten und wie es gelang, ihre Bürger mitzunehmen“, beschreibt Hanka Giller und Mit-Koordinator Sebastian Heuchel ergänzt: „Wir sind sehr zufrieden mit den zwei Tagen. Wir in Saalfeld stellen die richtigen Zukunftsfragen und lieferten mit unseren Partizipationserfahrungen im Fachaustausch wertvolle Beiträge. Unsere Vorgehensweisen und angewandten Methoden ebenen den Weg zur Zukunftsstadt.“

Im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ bringt Bewegung in die beteiligten Städte und Gemeinden und zeigt wie Forschung schon heute dazu beiträgt, Städte nachhaltig und lebenswert zu gestalten. Bürgerinnen und Bürger lösen gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vor Ort die großen gesellschaftlichen Herausforderungen: Es geht um sichere Energie, um klimaangepasstes Bauen, es geht um Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur, Bildung, Mobilität und vieles mehr. Nach Abschluss der 1. Phase werden ab Sommer 2016 werden von einer Expertenjury ausgewählte 20 Städte weiter an ihren Visionen 2030 arbeiten und diese in ein umsetzungsreifes Konzept überführen. In der 3. Phase ab 2018 werden schließlich acht ausgewählte Kommunen erste innovative Ideen in die Praxis umsetzen. Vielleicht ist Saalfeld dabei. Mehr Infos unter: http://www.wettbewerb-zukunftsstadt.de