17. Dezember : Weihnachtsoratorium...
Aufführung des Weihnachtsoratoriums am 17. Dezember
2005
Am
Samstag, dem 17. Dezember 2005 werden um 20 Uhr in der Saalfelder Johanneskirche
die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach zur
Aufführung kommen.
Die Solisten sind:
Friederike Holzhausen (Leipzig), Sopran,
Annette Reinhold (Leipzig),
Alt,
Martin Krumbiegel (Leipzig), Tenor,
Dirk Schmidt (Leipzig), Bass.
Es wirken mit die Thüringer
Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt und der Oratorienchor Saalfeld unter der Leitung
von Kantor Dietrich Modersohn.
Die
ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums (das insgesamt aus sechs Kantaten
besteht), waren ursprünglich zur Aufführung während der Gottesdienste am ersten,
zweiten und dritten Weihnachtsfeiertage vorgesehen. Die Niederschrift des Werkes
erfolgte in den letzten drei Monaten des Jahres 1734. Im erhaltenen Textbuch ist
vermerkt, dass das Weihnachtsoratorium am ersten Weihnachtsfeiertage 1734 „Frühe
zu St. Nicolaus und Nachmittage zu St. Thomae“ (in Leipzig) sowie an den
weiteren Feiertagen uraufgeführt worden ist.
In den
drei Kantaten der Weihnachtsfeiertage ist der Bericht von der Geburt Jesu, wie
ihn der Evangelist Lukas niedergeschrieben hat (Lukas 2, 1 – 20) enthalten.
Hinzugefügt wurden Arien und Chöre, die dem pietistischen Muster der
Gottesdienstordnung „Lesung – Betrachtung – Gebet“ folgen.
Der Textdichter der Ariosi, Arien und
Chöre ist unbekannt. Vieles deutet auf den von Bach bevorzugten Dichter Picander
(Christian Friedrich Henrici), jedoch fehlen die Texte zum Weihnachtsoratorium
in seinen Gedichtausgaben. Eine Reihe von Stücken wurden von Bach „parodiert“,
das heißt sie wurden aus anderen Kantaten (vorwiegend weltliche
Huldigungskantaten) mit anderem Text übernommen. Dies war zu dieser Zeit eine
gängige Praxis. So zum Beispiel der bekannte Eingangschor der Ersten Kantate
„Jauchzet frohlocket! auf, preiset die Tage, rühmet, was heute der Höchste
getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, stimmet voll Jauchzen und
Fröhlichkeit an! Dienet dem Höchsten mit herrlichen Chören, lasst uns den Namen
des Herrschers verehren!“, dessen Musik der Kantate zum Geburtstag der
Landesherrin Sachsens Maria Josepha 1733 (BWV 214) entlehnt wurde „Tönet ihr Pauken! Erschallet,
Trompeten! Klingende Saiten, erfüllet die Luft! Singet itzt Lieder, ihr muntren
Poeten! Königin lebe! wird fröhlich geruft. Königin lebe! dies wünschet der
Sachse, Königin lebe und blühe und wachse.“
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