02.01.2017

Mit 100 Prozent in die gemeinsame Zukunft


Stadt- und Gemeinderäte votieren für Eingliederung

Saalfeld/Kleingeschwenda. Anfang Dezember eröffnete Torsten Scholz, Bürgermeister der Gemeinde Saalfelder Höhe, die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres 2016, die als ein Ereignis von historischer Tragweite in die Gemeindegeschichte eingehen wird.

Nach dem Erinnern an den kürzlich verstorbenen Saalfelder Stadtrat André Langen, der gleichzeitig Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Saalfelder Höhe war, ging es zügig durch die Tagesordnung bis im Tagesordnungspunkt 8 der Eingliederungsvertrag zwischen Saalfeld und der Saalfelder Höhe behandelt wurde. Erster Beigeordneter Tobias Fischer (CDU) lobte beide Verwaltungen für den beispielgebenden Verhandlungs- und Arbeitsprozess und zog ein Resümee der vorangegangenen Einwohnerversammlungen. „Die einhellige Meinung war pro Saalfeld. Mit den konstruktiven Vorschlägen erweiterten Gemeinderäte und Einwohner sukzessive das bestehende Vertragswerk. Anerkennenswert war die wunderbare Präsenz des neuen starken Partners bei allen Versammlungen.“

Ohne weitere Diskussion leitete Scholz in die Beschlussfassung. Einstimmig votierten die Gemeinderäte unter dem Beifall der anwesenden Gäste für die 10 Seiten starke Vereinbarung. „Damit schließt sich der Kreis. Bereits Anfang des Jahres stimmten wir ohne Gegenstimme für die Aufnahme von Verhandlungen mit Saalfeld“, bedeutete Bürgermeister Scholz sichtlich gelöst und würdigte dabei Saalfelds derzeit erkrankten Hauptamtsleiter Reinhard Blech als „Vater der Eingliederung“.

Sein Saalfelder Amtskollege Matthias Graul pflichtete bei und ergänzte: „Saalfeld steht hier in Kleingeschwenda kurz vor einem Heimspiel. Ich bin sehr dankbar für dieses Abstimmungsergebnis. Uns gemeinsam eine gute Zukunft.“

Grauls frommen Wunsch folgte eine knappe Woche später das ebenfalls einstimmige Votum des Saalfelder Stadtrates zum Eingliederungsvertrag. Auch hier kannte die vorherige Diskussion nur positive Aspekte und fraktionsübergreifendes Lob in alle Richtungen. Selbst ihre heimliche Liebe zur Saalfelder Höhe gestanden einige Stadträte.

Umrahmt von feierlicher Blasmusik der Saalfelder Musikschule unterschrieben im Anschluss an die Stadtratssitzung beide Bürgermeister die „Zukunfts- und Schicksalsvereinbarung“, besiegelten damit nach ziemlich 20 Jahren das Ende der politischen Gemeinde Saalfelder Höhe und knüpften so das Schicksal der Saalfelder Höhe an die Feengrottenstadt. „Krasse Action“, wie es der Sohn von Torsten Scholz formuliert hätte. Symbolisiert wurde die Vereinigung durch ein Fotocollage mit den Wahrzeichen beider Orte, die sich wie Eheringe ineinander verschlungen.

„Wir sind uns in den Verhandlungen menschlich so nahe gekommen, dass wir kurz vor einer tiefen Beziehung stehen“, würdigte Saalfelds Bürgermeister Graul und Torsten Scholz ergänzte: „Man muss auch mal den Mut aufbringen, etwas neues zu wagen. Wir haben im D-Zug-Tempo etwas geschaffen, das sich im Landkreis sehen lassen kann und seinesgleichen sucht. Ich bin davon überzeugt, wenn die Freiwilligkeitsphase der Gebietsreform im Herbst 2017 endet, werden viele neidisch auf die Höhe blicken.“

Die 18 Ortsteile von Reschwitz über Wickersdorf bis Unterwirbach werden, vorbehaltlich der Zustimmung des Thüringer Landtages, ab dem 1. Januar 2018 Teil der Stadt Saalfeld/Saale.